Lienzer Traditionsgasthaus weicht neuen Wohnungen

Der „Neuwirt“ in der Schweizergasse wird abgerissen. Ein Matreier Wohnbauunternehmer hat das Haus zum Mindestpreis ersteigert.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Der Andrang bei Gericht war minimal, als am Montagvormittag die Liegenschaft des Lienzer Gasthauses „Neuwirt“ versteigert wurde. Exakt ein Bieter hatte sich im Verhandlungssaal des Bezirksgerichtes eingefunden: Architekt und Unternehmer Rudolf Graf aus Matrei, der jedoch hauptsächlich in Wien tätig ist.

So konnte Graf das 1215 Quadratmeter große Grundstück in der Schweizergasse samt Bestand um das Mindestgebot von 490.000 Euro erwerben. Das liegt um einiges unter dem Schätzwert von mehr als 514.000 Euro. Der Unternehmer will das Gebäude abreißen. Die Bausubstanz sei nicht mehr die beste, sagt Graf, vor allem bei den Gästezimmern. Voraussichtlich nächstes Frühjahr sollen die Bagger auffahren, und das Traditionshaus soll Wohnungen Platz machen.

Über das mangelnde Interesse an der Versteigerung wundert sich Graf selbst. „Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass auch andere Bauträger sich für die Liegenschaft interessieren. Die Schweizergasse ist ja eine gute Lage für Wohnungen.“

Im heurigen Frühjahr war über den Betreiber des „Neuwirt“ der Konkurs eröffnet worden, seither ist das Gasthaus mit seinen 14 Gästezimmern geschlossen. Im Gegensatz zu seinem Namen ist das Haus jedoch keineswegs neu. Es handelt sich um Altbestand mit Zu- und Umbauten, die schon 1980 erfolgten. Laut Kreditschutzverband von 1870 ist die Liegenschaft mit Pfandrechten diverser Gläubiger stark belastet. Der Insolvenzantrag war von der Tiroler Gebietskrankenkasse wegen nicht bezahlter Beiträge eingebracht worden.

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