Sanft beim Preis, hart zum Steiß

Für die zweite Lebenshälfte hat Peugeot seinem Sportcoupé eine Heißblut-Ausführung spendiert: Der RCZ R tarnt und täuscht gekonnt mit spannender Optik und ausgefeilter Technik.

Mit dem Facelift des Sportcoupés entschied sich Peugeot, eine neue Topversion mit dem Namenszusatz R und dem auf 270 PS aufgebohrten 1,6-Liter-Turbobenziner ins Programm zu nehmen.Foto: Höscheler

Von Markus Höscheler

Natters –Der Ehrgeiz dürfte die Franzosen gepackt haben, als sie sahen, dass japanische und deutsche Autohersteller Vierzylinder-Turbobenziner auf Höchstleistung trimmen. Das können wir auch – so könnte das Leitmotiv von PSA Peugeot Citroën gelautet haben, als sie sich den bereits flächendeckend eingesetzten 1,6-Liter-Ottomotor noch einmal zur Brust nahmen und so anspitzten, dass er 270 Pferdestärken entfesselt und ab 1900 Umdrehungen/Minute ein Drehmomentmaximum von 330 Newtonmetern entwickelt. Nun galt es nur noch, ein passendes Fahrzeug für das emsige Aggregat zu finden.

Dafür bot sich das hauseigene Sportcoupé RCZ an. Im Zuge des Facelifts, das ihm zu Jahresbeginn blühte, erweiterte der Produzent das Angebot um ein neues Topmodell: den RCZ R. Der Einbau des Aggregats blieb dabei nicht die einzige nennenswerte Maßnahme – die Konstrukteure waren zudem damit beschäftigt, den RCZ R gegenüber der Standardausführung um einige Kilogramm leichter zu machen. Hinzu kam eine Tieferlegung der Karosserie um zehn Millimeter und einige Design-Spezifika wie Heckdiffusor sowie Heckspoiler.

Das Ergebnis ist brisant: In nur 5,9 Sekunden bewegt sich der RCZ R von null auf 100 km/h, gefühlt wirkt er sogar noch schneller, dank des intensiven, dynamischen Fahrerlebnisses, das das harte Fahrwerk, die sehr direkte, rückmeldungsfreundliche Lenkung, ein Sperrdifferenzial und die knackige Sechsgang-Handschaltung vermitteln. Die Geräuschentwicklung – Peugeot spricht von Motorsound-System – trägt das Ihre zum Abenteuer bei, außerdem erfreut es, dass die angetriebene Vorderachse nur in Ausnahmefällen vom Leistungsdargebot des 1,6-Liter-Triebwerks überfordert ist. Der verlangt im Testmittel nach 8,1 Litern Treibstoff je 100 Kilometer.

Die Straßenlage des RCZ R ist nahezu perfekt, allzu viel Übermut findet seine Grenze im feinfühlig regelnden ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm). Standfeste Bremsen, erkennbar an roten Bremssätteln, erzeugen ein Sicherheitsgefühl, das wir wertschätzen. Von Wert ist zudem die Innenausstattung. Leder/Alcantara auf dünnen, eng anliegenden Schalensitzen lädt zum Verweilen ein, die Zweizonen-Klimaanlage müht sich redlich, eine angenehme Raumtemperatur zu kreieren. Sie kämpft allerdings stark mit der großen Glasfläche, die hinten zudem gewellt ist und dem Sportcoupé noch mehr zu einer eigenständigen Formensprache verhilft.

Weitere Seriendetails, die wir beachtlich finden, beziehen sich auf die Bi-Xenon-Scheinwerfer, dynamisches Kurvenlicht und verchromten Serienauspuff. Auch die Beigabe eines Navigationsmoduls findet unseren Zuspruch. So lässt es sich mit dem Preis von 43.700 Euro recht gut leben – wobei es natürlich günstigere Wege gibt, in den Genuss eines RCZ zu kommen: Ab 29.850 Euro preist Peugeot das 156 PS starke Basismodell aus.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1598 ccm

Drehmoment: 330 Nm bei 1900 U/min

Leistung: 199 kW/270 PS

L/B/H: 4294/1850/1352 mm

Gewicht: 1280/1780 kg

Kofferraumvolumen: 321 – 639 l

Tankinhalt: 55 l

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

0 – 100 km/h: 5,9 Sekunden

Verbrauch: 8,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: ab 43.700 Euro

CO2-Emission: 145 g/km


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