Ebola - Grazer Psychologin 2 - Eigene Ressourcen stützen

Freetown/Conakry/Monrovia (APA) - Die Belastungen, denen das Personal in dem Krankenhaus in Sierra Leone ausgesetzt sind, sind groß. Ebola b...

Freetown/Conakry/Monrovia (APA) - Die Belastungen, denen das Personal in dem Krankenhaus in Sierra Leone ausgesetzt sind, sind groß. Ebola bedeutet als nicht ursächlich behandelbare Erkrankung mit einer hohe Mortalität zusätzlichen Stress.

Aus ihrem sechs Monate dauernden Einsatz in Guinea vor wenigen Jahren weiß die Grazer Psychologin, dass es in der Region verschiedene Ethnien, unterschiedliche Religionen, Gewohnheiten und Aberglauben gibt, welche eine zusätzliche Herausforderung für die Arbeit darstellen. In Bo wird Sylvia Wamser Beschäftigten des Krankenhauses, die sich wegen psychologischer Hilfe bei ihr melden, zunächst Gruppengespräche anbieten. „Es geht darum, dass diese Menschen wieder zu psychischen Kräften kommen. Immer mehr setzt man dabei auf die Aktivierung der eigenen Ressourcen, die sie wieder nutzen sollen, damit es ihnen wieder besser geht.“

Im Endeffekt lässt sich das - auf der Ebene der westlichen Industriestaaten - mit „Burn-out“ und dessen Prophylaxe vergleichen. Doch die Situation in den Armenhäusern Afrikas ist im Grunde ohne Vergleich.

Vorsichtige Annäherung, Rücksicht in Verhalten und Kleidung und andere Rahmenbedingungen sollen der Psychologin helfen, in Bo bald in ausreichend nahen Kontakt zu kommen und das Vertrauen der potenziell Hilfsbedürftigen zu erhalten. Schmunzelnd berichtete sie: „Ich habe den Vorteil, weißhaarig und etwas älter zu sein. In Afrika und in asiatischen Ländern gibt mir das einen Vorschuss an Vertrauen.“

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Und wenn zu ihr manche Bekannte in den vergangenen Tagen gesagt hätten „Dorthin würde ich jetzt nicht fahren“, antwortete Sylvia Wamser: „Ich sehe mich nicht in einer Gefährdungssituation.“ Mangelndes Wissen und mangelnde Information würden die Menschen in Sachen Ebola verunsichern und Angst machen. Das gelte durch manche Medienberichte auch in Europa.

Ärzte ohne Grenzen betreibt in Guinea zwei Ebola-Behandlungszentren: Eines in der Hauptstadt Conakry, und ein weiteres in Gueckedou, im Südwesten des Landes wo der Ausbruch seinen Ursprung hatte. Derzeit sind in Guinea 31 internationale und 300 guineische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Einsatz. Das Behandlungszentrum in Sierra Leone an der Grenze zu Guinea besteht jetzt aus 80 Betten. Derzeit sind in Sierra Leone 26 internationale und 300 sierra-leonische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Einsatz. In Liberia sind derzeit neun ausländische und zehn inländische Mitarbeiter von MSF tätig. Die Situation ist dort offenbar völlig unübersichtlich.

(S E R V I C E - Ärzte ohne Grenzen: Erste Bank AT43 2011 1289 2684 7600; Spendenzweck „Ebola“; http://www.aerzte-ohne-grenzen.at/ebola)


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