Türkei-Wahl - Fitch warnt vor Risiken für das Land nach Erdogan-Sieg

Istanbul (APA/Reuters) - Die Ratingagentur Fitch sieht nach dem Gewinn der Präsidentschaftswahl durch Recip Tayyip Erdogan wirtschaftliche G...

Istanbul (APA/Reuters) - Die Ratingagentur Fitch sieht nach dem Gewinn der Präsidentschaftswahl durch Recip Tayyip Erdogan wirtschaftliche Gefahren für die Türkei. Das politische Umfeld bleibe im Fokus und könnte auch die Stimmung der Investoren eintrüben, erklärte Fitch am Montag. Ein Grund dafür sei das Vorhaben von Erdogan, das Amt des Präsidenten mit neuen Befugnissen auszustatten.

Bisher hatte es eher repräsentative Aufgaben. Die Bonitätsnote, die mit „BBB-“ gerade noch eine gute Kreditqualität signalisiert, tastete Fitch nicht an. Die Agentur warnte jedoch vor einer Herabstufung.

Die Wahl am Sonntag war die erste direkte in der Türkei, wo das Staatsoberhaupt bisher vom Parlament bestimmt wurde. Erdogan - seit elf Jahren Ministerpräsident des Landes - sicherte sich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Die Kontinuität bedeute in diesem Fall aber nicht, dass damit auch politische und soziale Unruhen aus dem Weg geräumt würden, so Fitch. Das hätten die Proteste von Regierungsgegnern im vergangenen Jahr sowie der Korruptionsskandal um Erdogan gezeigt.

Auch bliebe der Druck auf die Zentralbank des Landes hoch, die Zinsen zu senken. Sollte die Notenbank den Forderungen Erdogans nachgeben, könnte dies die ohnehin dürftige Glaubwürdigkeit der Währungshüter weiter belasten. Zudem liefe die Türkei Gefahr, sehr schnell in Mitleidenschaft von Stimmungsänderungen bei Investoren gezogen zu werden.

Die Notenbank des Schwellenlandes hatte sich Ende Jänner mit einer kräftigen geldpolitischen Straffung gegen den Kursverfall der heimischen Währung Lira gestemmt. Sie hob den Leitzins damals auf 10,0 von 4,5 Prozent an. Seither hat sie ihn in mehreren Schritten auf nun 8,25 Prozent gesenkt. Mit 9,32 Prozent liegt die Inflationsrate derzeit weit höher, als den Notenbankern lieb sein kann.


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