In Cardiff blickt alles auf den „Prinz von Wales“

Der erste internationale Titel der Saison wird am Dienstag in Wales vergeben: Real Madrid kämpft gegen den FC Sevilla um den europäischen Supercup.

Cardiff – Mit geballter Offensivkraft strebt Real Madrid im europäischen Supercup morgen den ersten Titel der neuen Saison an. Im rein spanischen Duell trifft der Champions-League-Sieger am Dienstag (20.45 Uhr/live Puls 4) in Cardiff auf Europa-League-Gewinner FC Sevilla. Nicht nur der Waliser Gareth Bale will in der Heimat die Fans erfreuen, auch Neuzugang auch James Rodriguez soll beim Debüt für Real für Glanzlichter sorgen.Der bei der WM in Brasilien ins Rampenlicht gerückte Kolumbianer wechselte vor drei Wochen um 80 Millionen Euro von Monaco zu den „Königlichen“. Gemeinsam mit Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Bale könnte Rodriguez Reals mehr als 300 Mio. Euro teure Angriffsformation bilden. Wie der WM-Torschützenkönig könnte auch der deutsche Weltmeister Toni Kroos seinen ersten Einsatz im Trikot der Madrilenen absolvieren.

Iker Casillas steht im Tor

Wie Kroos und James stieg auch der dritte neue Königliche, Costa Ricas WM-Torhüter Keylor Navas, erst vergangene Woche ins Training ein. Deshalb wird heute gegen den FC Sevilla mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Real-Ikone Iker Casillas zwischen den Pfosten stehen. „Wir hatten nicht viel Zeit, uns auf das Spiel vorzubereiten“, gestand Real-Trainer Carlo Ancelotti, dass die Vorbereitung nicht unbedingt ideal verlaufen war. Ungeachtet der schwachen Ergebnisse im Rahmen der Testspielreihe in den USA peilen die Madrilenen den zweiten Supercup-Sieg nach 2002 an.

„Prinz von Wales“ auf Heimatbesuch

Besonders motiviert zeigte sich vor der prestigeträchtigen Partie Gareth Bale. Der 25-Jährige ist in Cardiff geboren, er verließ die Stadt mit 16 Jahren Richtung Southampton, um in England zum Star zu reifen. Nun kehrt der in Spanien als „Prinz von Wales“ gefeierte Bale als solcher in seine Heimat zurück. Die Weichen dafür hatte er mit seinem Treffer zum 2:1 im schlussendlich 4:1 n.V. gewonnenen Champions-League-Endspiel gegen Atletico Madrid selbst gelegt. „Ich wusste schon vor 18 Monaten, dass der Supercup in Cardiff gespielt wird. Es war mein Traum, mit dem Gewinn der Champions League dort zu spielen“, meinte Bale, der in der Saisonvorbereitungstour in den USA zwei Tore für Real erzielte. Mit zwei Niederlagen und einem Remis hielten sich die Erfolgserlebnisse für den Club in Amerika aber in Grenzen.

Sevilla hatte Real in der heimischen Meisterschaft im Frühjahr eine 1:2-Niederlage zugefügt. Im Finale der Europa League in Turin setzten sich die Andalusier danach gegen Benfica Lissabon im Elfmeterschießen durch. Im Sommer musste Sevilla Taktgeber Ivan Rakitic jedoch zum FC Barcelona ziehen lassen.Dass sein Team im Gegensatz zum Gegner besser vorbereitet in den Supercup geht, und deshalb einen Vorteil genießt, kostete Trainer Unai Emery nur ein Kopfschütteln. „Sie werden nicht auf ihrem besten Level sein, aber das heißt nicht, dass Real nicht Favorit ist“, meinte Emery. Trotzdem sei klar, dass sein Team die Fähigkeiten besitzt, das Endspiel zu gewinnen. Für Sevilla wäre es ebenfalls das zweite Mal in der Vereinsgeschichte. Bereits 2006 setzte sich der FC als Sieger des UEFA-Cups gegen den FC Barcelona (3:0) durch.

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Die bisherigen Sieger im UFEA-Supercup:

5 Titel: AC Milan (1989,1990,1994,2003,2007). 4: FC Barcelona (1992,1997,2009,2011).

3: Ajax Amsterdam (1972,1973,1995) Liverpool (1977,2001,2005).

2: RSC Anderlecht (1976,1978), Juventus Turin (1984,1996), Valencia (1980,2004), Atletico Madrid (2010,2012).

1: Dynamo Kiew (1975), Nottingham Forrest (1979), Aston Villa (1982), Aberdeen (1983), Steaua Bukarest (1986), FC Porto (1987), Mechelen (1988), Manchester United (1991), AC Parma (1993), Chelsea (1998), Lazio Rom (1999), Galatasaray Istanbul (2000), Real Madrid (2002), FC Sevilla (2006), Zenit St. Petersburg (2008), Bayern München (2013).


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