Ebola-Virus breitet sich immer weiter aus - Deutscher auf Isolierstation

Immer mehr Ebola-Fälle in Nigeria, steigende Anzahl von Kranken in der größten Stadt Lagos.

Freetown/Conakry/Monrovia - Ein Medizinstudent aus Deutschland wird wegen Ebola-Verdachts in einem Krankenhaus in Ruanda untersucht. Er hat allerdings auf jeden Fall Malaria, ebenfalls eine mit Fieber einhergehende Erkrankung. Die Behörden der Elfenbeinküste haben mittlerweile Flüge in die Staaten, die von der Epidemie betroffen sind, gestrichen. In Nigeria steigt die Zahl der Patienten an.

Der deutsche Patient liege auf einer Isolierstation, teilte das Gesundheitsministerium von Ruanda Sonntagabend in Kigali mit. Ein Testergebnis soll binnen 48 Stunden vorliegen. Der Mann klagte nach Angaben des Ministeriums nach einem Aufenthalt in Liberia über Fieber. Er hat zumindest Malaria.

Alle Flüge gestrichen

Aus Sorge vor der Ausbreitung des Ebola-Epidemie hat auch die Regierung der Elfenbeinküste alle Flüge ihrer staatlichen Fluggesellschaft Air Cote d‘Ivoire von und in die betroffenen Staaten gestrichen. Allen anderen Airlines sei es untersagt, Passagiere aus diesen Staaten in die Elfenbeinküste zu fliegen, erklärte die Regierung am Montag. Außerdem würden die Kontrollen am Flughafen der Wirtschaftsmetropole Abidjan verstärkt.

Die Zahl der Infizierten mit dem tödlichen Ebola-Virus sind in Nigerias größter Stadt Lagos von sieben auf zehn gestiegen. Zwei der Erkrankten seien inzwischen gestorben, sagte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Montag. 77 weitere Personen mit Kontakt zu Infizierten seien entweder isoliert worden oder würden überwacht.

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Medikamente noch nicht an Menschen erprobt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sammelt angesichts der Ebola-Epidemie in Westafrika Expertenmeinungen über den Einsatz experimenteller Wirkstoffe. Dazu haben von der WHO beauftragte Medizin-Ethiker am Montag Beratungen zum Einsatz von Präparaten aufgenommen. Erste Ergebnisse sollten am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Genf vorgestellt werden.

Die Ethiker müssten einschätzen, was für Ärzte in dieser Situation verantwortbar ist. Das oberste Prinzip der Medizin lautet: „Nicht schaden!“ Das Risiko der Anwendung solcher Medikamente kann enorm sein. Außerdem ergibt sich bei nicht zugelassenen und daher noch nicht in industriellem Maßstab produzierten Medikamenten die Frage, wer sie bekommen soll und wer nicht.

Zwei aus den USA stammende Ebola-Patienten sowie ein Spanier sind vor wenigen Tagen mit dem Mittel „ZMapp“ behandelt worden. Dieses war zuvor an Affen, noch nicht aber in den üblichen klinischen Testreihen an Menschen erprobt worden. Es handelt sich um ein Gemisch aus monoklonalen Antikörpern, das zum Abbau der Viren bzw. infizierter Zellen führen soll. Entwickelt wird dieses Präparat von einem US-Biotechunternehmen mit einer von der Universität für Bodenkultur in Wien entwickelten Technologie. Es handelt sich dabei um genetisch veränderte Tabakpflanzen, welche die Antikörper produzieren.

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika ist der bisher schlimmste der Geschichte. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Freitag sind bereits 961 Menschen ums Leben gekommen, 1.779 wurden infiziert.


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