Applaus für Kufsteiner Festungsberggarage

Projekt für unterirdische Stellplätze im Kufsteiner Festungsberg stößt auf breite Zustimmung. Mahnende Stimmen erinnern jedoch auch an das bestehende Angebot an Tiefgaragenplätzen.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Wie viele Parkplätz­e im Zentrum braucht Kufstein? Diese Frage brandet nun mit der langsam, aber sicher in die Realisierungphase tretenden Festungsberggarag­e – samt Lift zur Josefsburg und eventuell einer Berg­disco – auf. Wie exklusiv von der TT berichtet, soll die Top City die Projektierung der Garage anpacken. Mit dieser Ankündigung überraschte im TT-Interview Bürgermeister Martin Krumschnabel, aber auch die weiteren im Gemeinde­rat vertretenen Fraktionen. In einem ersten Planentwurf, so ist vom Motor des Projektes, Top-City-Chef Gottfried Preindl, zu erfahren, wären 585 Parkplätze geplant. In einer ersten Kostenschätzung geht man von Baukosten von 20 Mio. Euro aus.

Vizebürgermeister Richard Salzburg (Volkspartei) zeigt sich telefonisch aus dem Urlaubsort von dem Projekt begeistert. „Das unterstützen wir, ich finde, das ist ein zukunftsträchtiges Projekt“, sagt Salzburger.

Auch Horst Steiner von der gleichnamigen Bürgerliste ist Feuer und Flamme für das „Jahrhundertprojekt“, wie er es nennt. Immerhin könnte man damit den Verkehr aus dem Zentrum bringen, wie der Stadtrat erklärt. Daher hätte er schon in der vorangegangenen Legislaturperiode die Festungsberg­garage beantragt.

Volkspartei und Bürgerliste stehen da im Gegensatz zu den Grünen. Gemeinderat Andrea­s Falschlunger begrüßt zwar die Idee, „die Innenstadt vom ruhenden Verkehr zu befreien. Aber: Geht es nicht auch einfacher? Mit den Tiefgaragenplätzen am Arkadenplat­z, der Musikschule, den Galerien, der Altstadtgarage und dem neuen Kulturquartier haben wir eine Dichte an unterirdischen Stellplätzen, die ihresgleichen sucht. Nachde­m hier ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, könnten wir durch eine Erhöhun­g der Parkgebühren auf die oberirdischen Stellplätze den ruhenden Verkehr problemlos ‚verschwinden‘ lassen, was einerseits die Tiefgaragenbetreiber entlasten und andererseits der Stadt eine Menge Kosten ersparen würde“, sagt der Gemeinderat der Grünen mit Verweis auf die rund 850 existierenden Plätze in fünf zentrumsnahen Tiefgaragen.

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Gleicher Meinung ist auch Gemeinderat Toni Frisch (FPÖ/GKL). Auch er ortet einen möglichen Überschuss in der Stadt. Er möchte andere Projekte zu Ende führe­n, „bevor man in Vorwahlkampfzeiten wieder einmal ein neues sündteures Projekt aus der Taufe hebt, in Zeiten, in denen es genug Schulden gibt und wo die Bedarfsfrage nicht einmal klar ist“.

Dabei geht Toni Frisch nicht konform mit dem Kurs des freiheitlichen Vizebürgermeisters Walter Thaler. Auch er spricht davon, dass die Festungsberggarage eine alte Forderung der FPÖ/GKL sei. „Da gibt es viele zusätzlich­e Vorteil­e, wie Platz für eine Disco oder der Lift zur Festung“, meint Thaler, der den Bau zu hundert Prozent unterstütze, und seine restlich­e Gemeinderatsfraktio­n hinter sich weiß.

Für Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie) sind die bestehenden Parkplätz­e kein Hindernis. Er erinnert auch an den Zusatznutzen, wie die Belebung der Kink­straße, deren Häuser eine Möglichkei­t für Tiefgaragenplätze hätten, außerdem die Erschließun­g der Römerhofgasse und natürlic­h die Parkmöglich­keiten für Veranstaltunge­n auf der Festung. „Die restliche­n Parkplät-z­e sind anders situier­t. Und man muss das Ganze langfristig sehen“, sagt der Stadtchef.


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