Polen: PiS sucht nach einem Gegenkandidaten für Präsident Komorowski

Warschau (APA) - Ein Jahr vor der polnischen Präsidentenwahl ist die nationalkonservative Oppositionspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) in...

Warschau (APA) - Ein Jahr vor der polnischen Präsidentenwahl ist die nationalkonservative Oppositionspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) in einer schwierigen Situation. Alle Umfragen weisen darauf hin, dass die Polen mit dem aktuellen Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski zufrieden sind. Die PiS hat nun die Suche nach einem Kandidaten begonnen, der mit Komorowski erfolgreich rivalisieren könnte.

Vor vier Jahren hat Komorowski als Ex-Parlamentsvorsitzender bei den Präsidentschaftswahlen PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski mit einem kleinen Vorsprung besiegt. In der Stichwahl erreichte er 52,4 Prozent der Stimmen. Allen Meinungsumfragen zufolge hätte Kaczynski jetzt im Wahlduell mit der aktuellen Staatsoberhaupt allerdings keine Chancen. Laut Umfragen könnte Komorowski bereits im ersten Urnengang seine Wiederwahl sicherstellen. Der der rechtsliberalen Regierungspartei PO (Bürgerplattform) nahestehende Präsident ist seit längerer Zeit der populärste polnische Politiker. Es vertrauen ihm 77 Prozent der Polen.

Deshalb sucht die PiS einen Präsidentschaftskandidaten, der für breitere Wählerkreise des Zentrums der politischen Szene Polens attraktiv sein konnte. Einen solchen Kandidaten hofft die Partei laut „Rzeczpospolita“ unter mit der PiS sympathisierenden Wissenschaftlern zu finden.

Einige Gesprächspartner der Zeitung wiesen auf den Historiker und Russland-Experten Andrzej Nowak von der Jagiellonen-Universität hin. Nowak war der Magistervater der berühmten Magisterarbeit des Historikers Pawel Zyzak, in der dieser Lech Walesa vorgeworfen hatte, dass der Ex-Präsident als Kind in ein Weihwasserbecken gepinkelt und in seiner Jugend einen unehelichen Sohn gezeugt hatte.

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Laut „Rzeczpospolita“ steht auf der Kandidatenliste auch der Soziologe und EU-Abgeordnete Zdzislaw Krasnodebski. Seine Kandidatur hat angeblich in der PiS viele Gegner, weil Krasnodebski als Spitzenkandidat auf der Warschauer Liste der PiS bei den letzten EU-Wahlen mit kaum 100.000 Stimmen ein relativ schwaches Ergebnis erreicht hat.

Einer viel höheren Unterstützung würde sich der Wahlstart der ehemaligen Mitbegründerin der PO, Zyta Gilowska, erfreuen, die aus der Partei vom Premier Donald Tusk ausgeschlossen worden ist. Die Ex-Vizepremierin und Finanzministerin leidet aber an Gesundheitsproblemen. Die Kommunalwahlen in Herbst, bei der Gilowska wahrscheinlich um den Posten des Bürgermeisters von Lublin kämpfen wird, sollen ein Test sein, ob sie imstande ist, sich an einer Wahlkampagne zu beteiligen.


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