Hunderte afrikanische Flüchtlinge vor Spanien gerettet

Madrid (APA/AFP) - Fast 1.500 Flüchtlinge haben am Dienstag versucht, von Marokko aus spanischen Boden zu erreichen. Nach Angaben der spanis...

Madrid (APA/AFP) - Fast 1.500 Flüchtlinge haben am Dienstag versucht, von Marokko aus spanischen Boden zu erreichen. Nach Angaben der spanischen Küstenwache wurden allein rund 680 Menschen in der Straße von Gibraltar aus dutzenden Booten gerettet. Zudem versuchten rund 750 Menschen, den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla zu überwinden - etwa 80 von ihnen gelang das gefährliche Unterfangen.

Insgesamt 681 Menschen in 70 Booten wurden in der Meerenge von Gibraltar, die Marokko und Spanien voneinander trennt, an Land gebracht, darunter auch 20 Minderjährige. Wegen der in mehreren afrikanischen Ländern grassierenden Ebola-Epidemie wurden einige von ihnen mit Handschuhen und Schutzmasken ausgestattet. An Land wurden die Geflohenen von Helfern des Roten Kreuzes versorgt.

Rund 750 Menschen versuchten außerdem, am frühen Morgen sowie am Nachmittag an verschiedenen Stellen den Grenzzaun in Melilla zu überwinden. Dabei gab es nach Angaben der dortigen Behörden drei Verletzte. Etwa 80 Menschen gelang es demnach, spanischen Boden zu betreten.

Wegen des warmen Wetters und der ruhigen See ist der Flüchtlingsstrom derzeit besonders hoch. Außerdem wird die Lage in vielen afrikanischen Konfliktgebieten immer schlimmer. Besonders Italien ist neben Spanien ein bevorzugtes Ziel der Flüchtlinge, die ihr Schicksal in die Hände von Schleppern legen. Die italienische Küstenwache hatte am Montag erklärt, bei diversen Einsätzen am Wochenende mehr als 2.000 Flüchtlinge gerettet zu haben.

Nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex stieg die Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen versuchten, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 500 Prozent an. Demnach kamen die meisten Flüchtlinge aus Eritrea und Syrien, aber auch viele Somalier und Malier waren darunter. Weil die Lage in Libyen derzeit so instabil sei, hätten die kriminellen Banden, die die Überfahrten organisieren, mehr Spielraum, erklärte Frontex.


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