Buchung im Internet: Tirolerin geriet an Betrüger

Online-Geschäfte sind nicht ungefährlich. Eine Innsbruckerin bezahlte 1206 Euro für zehn Tage auf Mallorca im Voraus. Ein Krimineller hatte sich als Vermieter des Ferienhauses ausgegeben.

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Von Markus Schramek

Innsbruck – Urlaub ist heute nur einen Mausklick entfernt. Erholungssuchende buchen ihr Hotel oder Ferienhaus bereits ganz selbstverständlich online. Mehrere Buchungsplattformen bieten im Internet dafür ihre Dienste an.

Im weltweiten Netz treiben aber auch zwielichtige Gestalten ihr Unwesen. Diese böse Erfahrung musste Frau G. aus Innsbruck machen, die dem TT-Ombudsmann von ihrem Ungemach berichtete. Sie saß offenbar einem Betrüger auf. 1206 Euro für zehn Tage im sonnigen Süden sind futsch.

Doch der Reihe nach. Frau G. und ihre Familie hatten auf der stark frequentierten Buchungsplattform fewo-direkt.de ein hübsches Häuschen auf der spanischen Urlauberinsel Mallorca ausfindig gemacht. Frau G. füllte am Computer das Anfrageformular aus und schickte dieses via fewo-direkt.de elektronisch nach Spanien. Per E-Mail erhielt die Tirolerin umgehend die Antwort, dass das Häuschen zum angefragten Termin frei sei. Und nicht nur das: Wird der gesamte Mietpreis auf einmal überwiesen, würden 10 Prozent Rabatt und weitere Sonderleistungen wie tägliche Reinigung gewährt.

Die E-Mail-Adresse das vermeintlichen Vermieters war eine Allerweltsadresse ohne konkreten Namen, doch das fiel Frau G. erst später auf. Auch der Tatsache, dass die E-Mails aus Spanien bloß mit „Thank you“, aber ohne Namen, gezeichnet waren, maß sie zu diesem Zeitpunkt keine große Bedeutung bei.

Das Unheil nahm seinen Lauf. Frau G. übermittelte ihre Daten und überwies tags darauf die ganze Urlaubsmiete auf das vom „Vermieter“ angegebene Konto in London. Dass das Geld nicht nach Spanien fließen sollte, sondern nach England, war eine weitere Ungereimtheit, die zunächst nicht weiter wichtig schien.

Kurz zuvor hatte sich noch ein Herr aus Spanien telefonisch bei Frau G gemeldet. Er sei der Vermieter, es habe Probleme mit Frau G.s E-Mail gegeben, ob sie die Daten für den Mietvertrag schon übermittelt habe? Schon erledigt, antwortete Frau G. in der Annahme, dass besagter Anrufer und der Absender der E-Mails ein- und dieselbe Person seien. Sind sie aber nicht.

Denn einige Tage später meldete sich der Anrufer noch einmal per Telefon: Er habe immer noch keine E-Mail von Frau G. erhalten. Da dämmerte der leidgeprüften Frau der ganze Schwindel. Offenbar hatte sich ein Betrüger in das E-Mail-Konto des tatsächlichen Vermieters eingehackt, sich als dieser ausgegeben und die Miete in die eigene Tasche überweisen lassen.

Traurige Gewissheit erlangte Frau G. in ihrer Hausbank. Das nach London bezahlte Geld sei bereits abgehoben worden, eine Rückbuchung leider nicht mehr möglich.

Frau G. wandte sich nun an den Betreiber der Buchungsplattform fewo-direkt.de in Frankfurt. Sie wollte den Vorfall melden und Wiedergutmachung für den Schaden.

Der Kontakt mit fewo-direkt.de geriet zum Marathon. Frau G. verbrachte viel Zeit in telefonischen Warteschleifen und korrespondierte per E-Mail mit etlichen Mitarbeitern. Immer wieder musste sie Formulare ausfüllen und nach Frankfurt mailen. Schließlich wurde ihr die Möglichkeit einer Rückzahlung von maximal 800 Euro in Aussicht gestellt. Dieser Betrag ist bei fewo-direkt.de als Versicherungsschutz vorgesehen. fewo-direkt.de rät übrigens dazu, Zahlungen erst vorzunehmen, nachdem die Einzelheiten einer Buchung mit dem Vermieter telefonisch abgeklärt worden sind.

Frau G. hilft das jetzt nicht mehr weiter. Sie hofft jedoch, dass sie zumindest einen Teil ihres Geldes zurückbekommt. Doch dazu braucht sie starke Nerven und viel Geduld. Denn noch immer wartet sie auf einen Rückruf.


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