Vorarlberg-Wahl: NEOS machen auf (semi)moderne Familienpartei

Wien/Dornbirn (APA) - Die NEOS versuchen es im Vorarlberger Landtagswahlkampf als Familienpartei. Bei einer Pressekonferenz Mittwochvormitta...

Wien/Dornbirn (APA) - Die NEOS versuchen es im Vorarlberger Landtagswahlkampf als Familienpartei. Bei einer Pressekonferenz Mittwochvormittag wurden mehr Kinderbetreuungseinrichtungen mit besseren Öffnungszeiten gefordert. In Sachen Pensionssplitting sind sie für eine verpflichtende Regelung. Sichtlich schwer tut man sich mit dem Adoptionsrecht für Homosexuelle.

Offensiv thematisiert wurde dieses bei der „Familie modern verstehen“ betitelten Pressekonferenz in einem Dornbirner Indoor-Spielplatz nicht. Auf Nachfragen meinte Spitzenkandidatin Sabine Scheffknecht zwar, die NEOS stünden für gleiche Rechte und das gelte auch hier. Es solle sich aber jeder seine persönliche Meinung bilden können. Die Listenzweite Martina Pointner beeilte sich hinzuzufügen, dass es sich hier um „keine zentrale Forderung“ der Vorarlberger NEOS handle.

Viel lieber thematisiert man da den Ausbau der Kinderbetreuung. Für jedes Kind ab einem Jahr soll ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen. Allerdings ist man auch hier bemüht, keinesfalls radikal herüberzukommen. Zwang solle es selbstverständlich keinen geben, denn man finde es natürlich genauso gut, wenn sich jemand entscheide, beim Kind daheimzubleiben.

Ein größeres Angebot müsse es aber jedenfalls geben. Denn erst durch das Angebot komme auch die Nachfrage. Sie suche logischerweise zunächst nach einem Betreuungsplatz und erst dann nach einem Job, sagte Scheffknecht. Wie viele zusätzliche Plätze notwendig wären, konnten die NEOS nicht beziffern. Sie wollen aber jedenfalls die Betreuungsquote der 0-3-Jährigen in Vorarlberg von dem österreichweit niedrigsten Wert von 22 Prozent auf über 30 Prozent heben. Zudem müsse Vorarlberg von der Rolle als Schlusslicht bezüglich der Öffnungszeiten wegkommen, forderte die NEOS-Landeschefin.

So sehr die pinke Jung-Partei sonst auf Wahlfreiheit setzt, beim Pensionssplitting kennt man keinen Spaß. Dieses soll nicht mehr auf freiwilliger Basis funktionieren, sondern automatisch zum Einsatz kommen. Gedacht ist dies als Beitrag gegen Altersarmut, die Frauen unter anderem durch langes Aussetzen bei der Kinderbetreuung drohe.


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