Römisches Stadttor lebt neu auf

Das einstige Stadttor von Tirols einziger Römerstadt Aguntum soll als Wahrzeichen auferstehen. Eine Konstruktion aus Stahl wird das zwölf Meter hohe Tor nachbilden.

© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Dölsach –Eine so genannt­e „Landmark“, ein von Weitem wahrnehmbares Erkennungszeichen, das wünscht sich der Verein „Curatorium pro Agunt­o“ schon lange. A­guntum in der Gemeinde Döls­ach, die einzige Römerstadt auf Tiroler und Südtiroler Boden, sollte schon von weither zu erkennen sein, war der Wunsch. Nun ist der Blickfang in greifbare Nähe gerückt, schildert Curatorium-­Obmann Leo Gomig. „Wir planen, das einstige römische Stadttor an der Ostseite mit einem Rohrgerüst nachzubilden“, sagt Gomig. Elf bis zwölf Meter hoch war das Tor, und so hoch soll auch die Stahlrohr-Installatio­n sein.

Ursprünglich plante der Verein, einen überdimensionalen Ring auf der Drautalbundesstraße, und zwar rund um die Aguntum-Brücke, als „Landmark“ zu errichten. Doch daraus wurde nichts, schildert Gomig, die nötigen Genehmigungen seien nicht zu bekommen gewesen. Der Grund dafür liegt in Sicherheitsbedenken, weiß Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz. „So einfach hätte man so einen Ring nicht auf die Brücke montieren können. Es hätte Probleme mit der Statik geben können. Außerdem wäre die Gefahr gewesen, dass sich Eiszapfen auf dem Ring sammeln, die dann herunterfallen.“ Gegen die neuen Pläne beim römischen Stadttor hat die Straßen­verwaltung jedoch nichts einzuwenden.

Die Grabungen auf dem historischen Areal, die ein Team der Uni Innsbruck durchführte, sind unterdessen für heuer abgeschlossen. Grabungsleiter Michael Tschurtschenthaler freut sich über neue Aufschlüsse, die die Arbeiten lieferten. „Die Grabungen erlaubten einen guten Einblick in die Zeit der Erbauung des Forums“, sagt er. Außerdem fand man heraus, dass das Forum in der Mitte des dritten Jahrhunderts nach Christus teilweise abgebrannt war und danach die Nordmauer einstürzte. 2015 will das Team um Tschurtschenthaler weitermachen. „Unter anderem wollen wir die 1994 unterbrochene Freilegung des so genannten Prunkbaus und der Basilika bzw. des Gerichts­gebäudes von Aguntum fortsetzen“, so der Wissenschafter. Auch die frühchristliche Bischofskirche, der wichtigste frühe Kirchenbau Tirols, soll ergraben werden.

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