Cyber-Delikte nahmen zu, Täter bleiben oft unerkannt

Fälle von Betrug bei Web-Auktionen, Datendiebstahl durch „phishing“, Kinderpornographie im Netz und Erpressungen über Facebook steigen.

Von Max Strozzi

Innsbruck –Ob Erpressung über Facebook, Passwort-Diebstahl über so genannte „Phishing“-Mails, Hackerattacken über Computerviren oder Kinderpornographie – die Verurteilungen wegen Cyber-Kriminalität haben in Österreich im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Konkret wurden im Vorjahr in Österreichs Landes- und Bezirksgerichten 118 Personen wegen Internet-Delikten verurteilt (davon vier in Tirol), das sind fast sechsmal so viele wie 2012. Im laufenden Jahr (bis Ende Mai) wurden bereits 61 Personen (zwei in Tirol) in Bezug auf Web-Kriminalität verurteilt.

Die Zahl der Strafanzeigen bei der Exekutive hingegen ist im Vorjahr um knapp 24 % auf 1744 zurückgegangen. Stark gestiegen sind dabei aber Anzeigen zu mutmaßlichen Betrügereien bei Internetauktionen. Laut Justizminister Wolfgang Brand­stetter seien den Staatsanwaltschaften „einige hundert Fälle von Betrug bei Internet­auktionen bekannt geworden“, hält Brandstetter bei seiner Antwort einer parlamentarischen Anfrage durch SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim fest: „Die Staatsanwaltschaften berichten auch über einen Anstieg der so genannten ‚Phishing‘-Fälle“, so Brandstetter. Eine steigende Tendenz gebe es auch im Bezug auf Kinderpornographie im Netz, auch die Zahl der Drohungen, Nötigungen oder Erpressungen über soziale Netzwerke wie etwa Facebook würden zunehmen. Vereinzelt komme vor, dass Kriminelle mittels Computervirus Privat-PCs lahmlegen und anschließend Geld zur „Entsperrung“ fordern.

Viele Fälle von Cyber-Kriminalität bleiben laut Brand­stetter aber deshalb ungelöst, weil sich die Verfolgung oft als problematisch erweist. „Da die Tätergruppierungen zumeist international und unter falschem Namen agieren, gestaltet sich deren Rückverfolgung und Ausforschung als zeitaufwändig und kostenintensiv und bleibt dennoch in vielen Fällen ohne Erfolg“, konstatiert der Justizminister. Mitunter sei es auch schwierig, die IP-Adressen eindeutig einem Computer bzw. einer Person zuzuordnen.

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