Rezession verkürzt Italienern den Sommerurlaub

Immer weniger Geschäfte bleiben in den traditionellen zweiwöchigen Augustferien in Italien geschlossen. Die wirtschaftliche Flaute verunsichert die Italiener.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Rom – Trübe Stimmung in Bella Italia: Mehr Italiener als sonst verzichten wegen der Rezession und ihrer unsicheren Arbeitsverhältnisse auf einen Sommerurlaub. Bemerkbar macht sich das in der Zeit rund um Ferragosto, den Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15. August, der traditionell gern zum Anlass für zweiwöchige Ferien genommen wurde.

Statt „wegen Urlaubs geschlossen“ heißt es in zahlreichen Geschäften: Wegen Krise geöffnet. „Jedes zweite Geschäft bleibt während des gesamten August-Monats geöffnet. Das gilt natürlich nicht für die Urlauborte“, berichtete ein Sprecher des Kaufleuteverbands Confesercenti. In Rom sind 14 Prozent mehr Geschäfte offen als im vergangenen Jahr.

Waren im Jahr 2013 insgesamt 32 Prozent der Römer nicht verreist, so sind es in diesem Jahr 37 Prozent, geht aus einem Bericht des Konsumentenschutzverbands Federconsumatori hervor. Die Italiener verbringen ihren Urlaub in diesem Jahr häufiger in der Nebensaison. Soziologen und Meinungsforscher führen die allmähliche Abkehr von alten Gewohnheiten vor allem auf wirtschaftliche Zwänge zurück. „Es wird weniger ausgegeben, die Reisen werden kürzer“, sagte ein Sprecher des Meinungsforschungsinstitutes Censis.

Auch das schlechte Wetter, das vor allem Norditalien plagt, belastet den Tourismus. Das verregnete Wetter hat großteils Badeanstalten im Norden in den letzten Wochen schwer getroffen. Im Juni und Juli wurde ein Rückgang bei den Gästen auf den Stränden von siebzig Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2013 gemeldet, klagte der Gewerkschaftsverband der Badeanstalten. Der Verband schätzt Verluste von rund 400.000 Euro. (APA)

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