Lebensrettende Rollstühle verlassen Tirol

Von Denise Daum...

Von Denise Daum

Innsbruck –Prall gefüllt mit Rollstühlen, Rollatoren, Krücken war gestern ein riesiges Zelt am Rande von Innsbruck. Freiwillige Helfer verfrachteten bei strömendem Regen die Heilbehelfe in einen Container, der dann über den Seeweg auf die philippinische Insel Mindanao gebracht wird. Dort wird die Ware an Bedürftige verteilt. Zwei Jahre lang hat der kleine Verein „Wheels for Life – Rollstühle retten Leben“ alte, nicht mehr verwendete Rollstühle und Gehhilfen in Krankenhäusern, Altenheimen und Hospizen in ganz Österreich gesammelt.

Die Initiative geht auf den Vereinsobmann Martin Baumgartl zurück, der mit einer Philippinin verheiratet. „Der Bruder meiner Frau war nach einem Unfall querschnittgelähmt. Die Familie konnte sich keinen Rollstuhl leisten, weshalb er im Bett liegen musste. So lange, bis er offene Stellen bekam und an einer Blutvergiftung starb“, berichtet Baumgartl von seinem tragischen Schlüsselerlebnis. Ein Großteil der philippinischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu medizinischen Heilbehelfen. „Rollstühle und Gehhilfen, die bei uns weggeschmissen werden, da sie durch neue Ware ersetzt werden, sind dort überlebenswichtig“, erklärt der Obmann.

Bis Mitte Oktober ist der Container unterwegs. In Dawao City werden die Hilfsmittel von einer Partnerorganisation übernommen. Vereinsmitglieder reisen dann selbst auf die Philippinen. „Es ist uns ganz wichtig, die Verteilung zu überwachen“, betont Baumgartl, der selbst seit einem Lawinenunfall vor 25 Jahren im Rollstuhl sitzt. In das Projekt investierte der Verein neben unzähligen Arbeitsstunden rund 7000 Euro.


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