„Bei uns liegt vieles im Argen“

Von Guido Walch...

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Von Guido Walch

Imst –Mit Chris Moser zeigt derzeit ein streitbarer Zeitgenosse seine neuesten Werke im ubuntu-Forum in Imst. Der in der Wildschönau lebende 38-jährige Landecker sorgte schon vor 20 Jahren mit seinem „illegalen Kunstverein“ für frischen Wind in der Oberländer Szene, sprayte zur Eröffnung des BMW-Autohauses in Imst „Arbeit macht frei“ an die Werkstatt-Wand und hielt Exekutive und Staatsanwälte mit seinen Aktionen gegen Tierquälerei auf Trab. Sein Engagement im Verein gegen Tierfabriken brachte ihm über 100 Tage Untersuchungshaft und einen aufsehenerregenden Prozess (Stichwort „Mafia-Paragraph“) mit schlussendlichem Freispruch ein. Radikalkunst ist sein Metier, in der er seinen Mitmenschen Übernahme von Verantwortung nahelegen will. „Viele von uns lagern die Verantwortung aus, an Politiker, Lehrer, Polizei, Eltern oder sonst wen. Damit sucht man auch permanent nach Ausreden“, erklärt der als Restaurator arbeitende dreifache Familien­vater. „Mir geht es darum, Leben zu bewahren, da gibt es keinen Platz für Hierarchie­n.“ Er hoffe auf eine Revolution, denn „bei uns liegt vieles im Argen“. Neben seinen Kunstobjekten hat sich Moser auch als Buchautor einen Namen gemacht. Im Anschluss an die Vernissage folgte noch ein­e Diskussion mit den Teilnehmern des internationalen Sommerkurses des United World College.

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