„Jeder Tag ohne Damm ist zu viel“

Vier Jahre bis zum Schutzdamm sind den Wörglern zu lange. Ein Hochwasseropfer kündigt jetzt sogar eine Klage an.

© FF Wörgl

Von Wolfgang Otter

Wörgl –Der Dauerregen der vergangenen Tage machte wieder einmal viele Wörgler unruhig. „Die Leute gehen wieder zum Inn und schauen nach, wie hoch das Wasser steht“, weiß Willi Aufschnaiter, Sprachrohr der Hochwasseropfer. Auch neun Jahre nach der katastrophalen Innflut im Jahre 2005 sitzt der Schock über das Verlorene noch in den Knochen. Ein ganzer Stadtteil versank damals im Wasser und Schlamm, Hunderte Menschen und viele Gewerbebetriebe waren betroffen. Der schon lange versprochene Schutzdamm muss endlich her, ist Aufschnaiter mit seinen Nachbarn einig. Dann könne man wieder ruhiger leben. Von den Betroffen nun Geduld zu verlangen, sei einfach zu viel, sagt Aufschnaiter. Denn die wird den Wörglern abverlangt, wenn sie sich an den Zeitrahmen von Landeshauptmann Günther Platter (VP) halten. Platter kam in den Bezirk Kufstein und kündigte an, dass in vier Jahren der Schutzdamm stehen und bis in das Kundler Gewerbegebiet verlängert werden soll, die TT berichtete. Außerdem werde bis dahin die Frage der Retentionsflächen, die im Katastrophenfall als Ventil für den Inn zur Verfügung stehen sollen, geklärt. Etwa doppelt so lange und nicht – wie von den Wörglern konzipiert – nur 800 Meter soll nach Vorstellungen des Landes dieser Damm zwischen Autobahn und Inn werden. Nicht nur Willi Aufschnaiter sind vier Jahre zu lange. „In vier Jahren kann Wörgl schon dreimal abgesoffen sein“, nimmt sich auch die Wörgler Bürgermeisterin Hedi Wechner (SPÖ) kein Blatt vor den Mund. Mit dieser zeitlichen Ankündigung sei sie äußerst unzufrieden.

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