Ein Marsch und viele Geschichten

Noch 16 Tage bis zum Karwendelmarsch 2014: Zahlreiche Anekdoten können die Karwendel-Hüttenwirte erzählen.

35 oder 52 Kilometer? Der Karwendelmarsch führt u. a. an der Falkenhütte vorbei (Mitte), die Labestationen (rechts) sind vor allem bei den Hütten und Gasthäusern eingerichtet.Fotos: TVB
© TVB

Von Irene Rapp

Innsbruck –Am 30. August findet der 6. Karwendelmarsch statt. Bei hoffentlich schönem Wetter, wie sowohl Organisatoren als auch Teilnehmer hoffen. „Aber so, wie es sich derzeit ausregnet, muss es dann ja gut sein“, übt sich Hansjörg Kostenzer vom Alpengasthaus Falzturn trotz derzeitigen Dauerregens im Scherzen.

Die auf 1077 Metern Höhe gelegene Einkehr ist die letzte Labestation für die Läufer und Wanderer auf der 52 Kilometer langen Strecke von Scharnitz bis Pertisau. Fünfmal hat der Karwendelmarsch bereits stattgefunden und Kostenzer hat so manches Witzige dabei erlebt. Vor zwei Jahren etwa sei aufgrund eines Schlechtwettereinbruchs die Streckenführung kurzfristig geändert worden. „Man ist nicht mehr direkt bei uns vorbeigegangen“, erzählt der Pertisauer.

Trotzdem klopfte spät abends, so gegen 20.30 Uhr, jemand an seiner Tür. Es war ein Karwendelmarsch-Teilnehmer, der schon im Ziel in Pertisau angekommen, aber noch einmal die vier Kilometer zur Falzturnalm zurückgewandert war. Der Grund: „Er wollte unbedingt den Stempel haben“, so Kostenzer.

An ein witziges Detail erinnert sich auch Walter Nössl, Geschäftsführer der Rasthütte Eng, die nach rund 30 Kilometern zu erreichen ist. 2013, als er schon beim Zusammenräumen war, kamen noch zwei Karwendelmarsch-Teilnehmer vorbei. „Die haben sich auf der Falkenhütte verhockt, da habe ich schauen müssen, dass ich noch Medaillen auftreibe.“

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Doch Nössl wird nicht nur wegen der Medaillen in Erinnerung bleiben. Der gebürtige Salzburger sorgt beim Karwendelmarsch mit seiner selbst gemachten Heidelbeersuppe für einen bleibenden Eindruck. Letztes Jahr bereitete er 80 Liter zu, auch heuer wird es diese besondere Speise wieder geben. „Ja, die ist ein Hit“, freut sich Nössl.

Wer die Heidelbeersuppe ebenfalls verkosten will: Noch bis Sonntag kann man sich für den Karwendelmarsch anmelden. Bislang haben sich rund 1600 Menschen aus aller Welt registriert. Genau gesagt aus 27 Nationen – u.a. aus Neuseeland, Kanada, Indien und Afghanistan.

Bei so viel Leuten ist alles möglich. Die erste Berghütte, die die Karwendelmarsch-Teilnehmer erreichen, ist das Karwendelhaus. „Sehen tut man alles“, kann sich Hüttenwirt Andreas Ruech an eine Begebenheit erinnern, die bei ihm Kopfschütteln auslöste. „Aufgrund eines Schlechtwettereinbruchs lag Schnee. Doch da kam einer mit Trägerleibchen, kurzer Hose und um die Füße gewickelten Lederstreifen daher.“ Das sei zum Glück aber die Ausnahme. „Der Großteil weiß, worauf er sich einlässt“, sagt Ruech.

Info: www.karwendelmarsch.info


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