Salzburger Trilog: Arbeitnehmer wollen sich stärker im Job einbringen

Salzburg/Wien (APA) - In Österreich wird die Möglichkeit, sich als Arbeitnehmer im eigenen Betrieb unternehmerisch einzubringen, weniger sta...

Salzburg/Wien (APA) - In Österreich wird die Möglichkeit, sich als Arbeitnehmer im eigenen Betrieb unternehmerisch einzubringen, weniger stark gelebt und vom Arbeitgeber gewürdigt, als das in Deutschland der Fall ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag der deutschen Bertelsmann Stiftung anlässlich des Salzburger Trilogs 2014, der sich am kommenden Freitag dem Thema Unternehmertum und Innovation widmet.

Für die Studie wurden 500 Österreicher und 1.000 Deutsche telefonisch befragt. Generell wurde dabei der Freiraum, Verantwortung am Arbeitsplatz zu übernehmen und unternehmerisch zu handeln, in beiden Ländern von der Hälfte der Bevölkerung als klein erachtet. Zwei Drittel der Beschäftigten wünschen sich hier von ihren Führungskräften mehr Entscheidungsfreiheit.

Und während in Österreich laut Umfrage nur ein Drittel der Unternehmen Eigeninitiative belohnt, ist das in Deutschland bei fast der Hälfte der Betriebe üblich. Dass Führungskräfte Vorschläge von Mitarbeitern annehmen, ist 35 Prozent der befragten Österreicher passiert; dass Ideen nicht aufgegriffen wurden, haben 16 Prozent der Arbeitnehmer erlebt. In Deutschland liegen die jeweiligen Quoten klar höher bzw. niedriger, was laut Studienautoren darauf schließen lässt, dass Verbesserungsvorschläge in Deutschland vom Arbeitgeber eher angenommen als verworfen werden.

Dennoch ist der Schritt in die Selbstständigkeit hierzulande nur für wenige ein Thema. Laut Umfrage hat aber schon jeder vierte Österreicher zumindest über ein Geschäftsmodell, Startkapital und eine kompetente Beratung nachgedacht. Das Risiko „Selbstständigkeit“ ist aber vielen zu hoch, oft fehlt es auch an Know-how und konkreten Vorstellungen, wie der Schritt umzusetzen ist. Außerdem sieht nur die Hälfte der Österreicher das eigene Land als innovativ und für die Zukunft gerüstet. Im benachbarten Deutschland sind es rund 80 Prozent.

65 Prozent der befragten Österreicher (Deutschland: 83 Prozent) finden in diesem Zusammenhang, dass der Staat mehr Menschen bei der Unternehmungsgründung unterstützen sollte, 69 Prozent wünschen sich (Deutschland: 86 Prozent), dass wirtschaftliche Bildung als Unterrichtsfach an den Schulen eingeführt wird.

Das höhere Engagement der Deutschen in fast allen Bereichen ist laut Studienautoren aber auch der höheren Antwortbereitschaft bei der Umfrage geschuldet. Das sei als Indiz dafür zu werten, dass das Thema in der deutschen Bevölkerung eher verankert ist als in Österreich.


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