Länder wollen experimentelles Ebola-Mittel „ZMapp“

Während Deutschland zur Ausreise rät, bleiben 15 Österreicher weiterhin beruflich in der Region.

Berlin/Freetown/Conakry - Nach Liberia haben auch Sierra Leone und Nigeria um Zugang zu dem experimentellen Ebola-Mittel „ZMapp“ gebeten. Das zuständige US-Biotech-Unternehmen erklärte bereits, dass die Vorräte aufgebraucht seien. Deutschland hat Staatsbürger ohne dringende Aufgaben in Westafrika aufgefordert, die betroffenen Länder zu verlassen. Für Österreich gibt es bei nur rund 15 beruflich dort Tätigen kein Problem.

Das deutsche Außenministerium hat deutsche Staatsbürger zur Ausreise aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia aufgefordert. Das gelte ausdrücklich nicht für medizinisches Personal, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. Die Vertretungsbehörden bleiben geöffnet.

„Wir sagen: Bitte nicht dorthin reisen“, erklärte dazu ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums am Mittwoch. Es befänden sich in den drei Staaten aber nur rund 15 österreichische Staatsbürger - diese in offizieller Mission. Sie und die Angehörigen von Hilfsorganisationen sind entsprechend vorbereitet und informiert.

Kaum touristische Ziele in betroffenen Regionen

Erst vor kurzem hat der Tropenmediziner Herwig Kollaritsch erklärt, dass er in 30 Jahren keinen einzigen Österreicher als Touristen, der in diese Länder gereist sei, betreut habe. Die Staaten haben auch kaum touristische Ziele. Das österreichische Außenministerium rät von touristischen Reisen in die von Ebola betroffenen Länder ab. So heißt es auf der Homepage des Ministeriums beispielsweise für Guinea: „Seit Februar 2014 wurden Fälle des Ebola Virus mit hunderten Todesopfern gemeldet. An den Grenzen ist mit einem Gesundheitsscreening zu rechnen. Die Möglichkeit einer Einschränkung des internationalen Flugverkehrs besteht. Eine Unterstützung durch die österreichische Vertretungsbehörde wird diesbezüglich nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maß stattfinden können, eine medizinische Evakuierung ist nicht gewährleistet.“ Ebola stellt aber, wenn man die Anmerkungen zu den einzelnen Ländern liest, nur eines von vielen Risiken in der Region dar.

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Fast gleichlautende Anmerkungen finden sich auf der Homepage des österreichischen Außenministeriums auch für Sierra Leone und für Liberia (www.bmeia.gv.at).

Info-Hotline für Österreicher

Die Österreicher sind wegen Ebola offenbar wenig besorgt. Bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurde eine Hotline eingerichtet (Tel.: 050 555 555, von Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr besetzt). Dort gab es innerhalb einer Woche nur einige Dutzend Anrufe, zum größten Teil wegen Reiseauskünften, die weit entfernte Regionen betreffen. So wurde zum Beispiel wegen einer möglichen Gefahr bei Reisen nach Nordafrika oder auf die Kapverdischen Inseln nachgefragt. Sie sind von den von Ebola betroffenen westafrikanischen Ländern in etwa so weit entfernt wie Österreich.

Ostafrika muss Kontrollen verschärfen

In Nigeria wurde mittlerweile ein drittes Ebola-Opfer registriert. Bis Montagabend war die Zahl der registrierten Fälle in Westafrika auf 1.848 gestiegen, die Zahl der Todesfälle auf 1.013. Die Afrikanische Union begrüßte am Mittwoch die Bereitstellung experimenteller Mittel, forderte aber auch größere Anstrengungen in der Seuchenkontrolle. Kanada will 800 bis 1.000 Dosen eines experimentellen Impfstoffes bereitstellen. Doch auch dafür gibt es bisher kaum wissenschaftliche Daten.

In Kenia besteht nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein erhöhtes Risiko für das Übergreifen der Ebola-Epidemie aus Westafrika. Der Flughafen der Hauptstadt Nairobi gilt als wichtiges Drehkreuz im afrikanischen Luftverkehr. Die zuständige Landesdirektorin Custodia Mandlhate sagte am Mittwoch, es sei sehr wichtig, dass das ostafrikanische Land seine Kontrollen weiter verschärfe. Wöchentlich landen dort rund 70 Flüge aus Westafrika. (APA/dpa/AFP/Reuters)


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