Der Flaggschiff-Tourer von BMW wird zehn

Das Modelljahr 2014 der R 1200 RT wirkt dank Überarbeitungsmaßnahmen optisch frischer und technisch reifer.

Ab 20.350 Euro gibt es die R 1200 RT von BMW.Foto: Hersteller

Von Gregor Josel

Wien –Luxus ist, wenn man es sich leisten kann! Das gilt nicht nur für den Endkunden, sondern auch für manchen Konzern selbst, wie man am Beispiel der Touring-Reihen von BMW sehen kann. Denn die Bayern gönnen sich und ihren Kunden ja seit 2011 nicht nur eine Luxustourer-Reihe, sondern mit den beiden Sechszylinder-Modellen K 1600 GT und GTL und eben der bewährten R 1200 RT gleich zwei Modellreihen in diesem prestigeträchtigen Segment. Und um den Abstand zwischen den beiden Serien noch weiter zu verringern, hat BMW nun die R 1200 RT vollumfänglich aufgefrischt – technisch wie auch optisch.

In Sachen Design und Optik hat BMW die neue RT deutlich näher an den 1600-Modellen angelegt. Generell wurde das Layout im Vergleich zum bisherigen Modell schärfer und dynamischer. Die Front wird dominiert vom BMW-typischen „Splitface“ mit den beiden runden Reflektoren und dem gestreckten Mittel­reflektor, die Blinker wurden kleiner, das Windschild ergonomischer und bietet nun noch besseren Windschutz und niedrigeren Geräuschpegel. Die Seitenverkleidung wirkt nun durch das neue, schwebende BMW-Logo wesentlich schlanker als zuletzt.

Um auch kleineren Fahrern bestmögliche Verhältnisse zu bieten, wurde das Ergonomie-Dreieck Lenker-Sitzfläche-Fußrasten bei der neuen R 1200 RT für eine noch bessere Erreichbarkeit des Bodens um 20 Millimeter abgesenkt. Komplett neu ist außerdem das Cockpit der RT. Die analogen Instrumente wurden im Stil der 1600-Modelle gestaltet, die ein 5,7 Zoll großes Farbdisplay einfassen, das eine Vielzahl an Informationen, erfreulicherweise perfekt ablesbar, an den Fahrer weitergibt.

Wesentlich mehr getan hat sich allerdings unterm edlen Touringkleid der neuen RT. Aus der aktuellen GS hat man den neuen, luft-/flüssigkeitsgekühlten Boxer übernommen, der die RT bei gleichgebliebenem Hubraum von 1170 ccm nun mit zehn PS mehr, also mit 125 PS, und insgesamt 125 Nm Drehmoment versorgt. Kurbelwelle und Generator wurden mit höherer Schwungmasse ausgestattet, das macht sich merklich im unteren Drehzahlbereich bemerkbar, was schaltfaulem Cruisen zugutekommt.

Bereits im Serienumfang enthalten sind die beiden Fahrmodi „Rain“ und „Road“. Im „Road“-Modus sind die Regelsysteme auf Performance und Komfort ausgelegt, im „Rain“-Modus lässt sich das Motorrad auf Straßenverhältnisse mit niedrigen Reibwerten einstellen, gleichzeitig reagiert die Gasannahme sanfter. Traditionell bietet BMW natürlich eine Vielzahl an Extras für die RT an, auch hier haben sich zahlreiche neue und technisch wirklich hochinteressante Features ergeben, die so manchen Euro Aufpreis durchaus wert sind. Allen voran natürlich das „Dynamic“-Paket, das die sportlichen Gene der R 1200 RT herausarbeitet. Die Gasannahm­e wird hier deutlich spontaner, Traktionskontrolle und ABS greifen zurückhaltender ein und das (ebenfalls optionale) Dynamic-ESA-Dämpfungssyste­m wird ziemlich straff und präsentiert die RT in erstaunlich sportlichem Gesamtlayout.

Ebenfalls im Dynamic-Paket enthalten ist eine tolle Neu­entwicklung, die es endlich aus dem Pkw-Bereich auch in die Motorradwelt geschafft hat: ein­e Berganfahrhilfe! Komplett neu in diesem Segment ist der optionale Schaltassistent, den BMW für die RT anbietet. Gegenüber dem bereits bei Supersportmotorrädern wie der BMW S 1000 RR eingesetzten Schalt­assistenten wurde er für den Einsatz in der neuen R 1200 RT in der Funktion erweitert und den spezifischen Anforderungen im Tourenbereich angepasst.


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