Bedingte Haft für Rumpolds Ex-Frau

Erika Daniel soll versucht haben, eine Zeugin im Telekom-Prozess zu beeinflussen. Nicht rechtskräftig.

Wien –Erika Daniel war am 8. August des Vorjahres mit ärztlich verordneter Ruhe zu Hause, als ihr Ex-Mann Gernot Rumpold im Telekom-III-Prozess um angebliche Parteienfinanzierung für die FPÖ vor Gericht stand. Über einen Internet-Liveticker verfolgte sie aber die Verhandlung. Und als sie erfuhr, dass eine frühere Mitarbeiterin als Zeugin aussagen sollte, versuchte sie sofort, diese per Telefon und SMS zu erreichen. Dafür wurde sie gestern (nicht rechtskräftig) selbst zu sechs Monaten bedingter Haft wegen versuchter Bestimmung zur falschen Zeugenaussage verurteilt.

Die Zeugin hatte im gemeinsamen Unternehmen der Rumpolds an einem von vier Konzepten mitgearbeitet, welche der frühere FPÖ-Werber dann an die Telekom verkaufte. Dieser Verkauf erfolgte laut erstinstanzlichem Urteil gegen Gernot Rumpold zu einem überhöhten Preis, um eine Spende der Telekom an die FPÖ zu verschleiern.

Erika Daniel soll die Zeugin daran erinnert haben, dass sie an dem Konzept für ein Telefon-Gewinnspiel lange gearbeitet habe. Die Frau selbst sagte damals vor Gericht aus, es seien zwei bis drei Tage gewesen. Die Anrufe und SMS ihrer Ex-Chefin habe sie „gewissermaßen“ als Beeinflussung aufgefasst, sagte die Zeugin gestern aus. Sie habe daher auch nicht reagiert.

Erika Daniel wies diese Darstellung zurück. „Ich brauche niemanden beeinflussen, wozu“, betonte sie. Sie habe ihre Mitarbeiterin vielmehr vor „politischen Anfeindungen“ schützen und aus allem heraushalten wollen.

Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidigung beriefen gegen das Urteil. Das Verfahren geht damit in die nächste Instanz. Gernot Rumpold hatte im Telekom-III-Prozess drei Jahre unbedingt kassiert, ebenfalls nicht rechtskräftig. (APA, TT)


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