Karstadt seit Jahren in den roten Zahlen

Essen/Wien (APA/dpa) - Der deutsch-amerikanische Geschäftsmann Nicolas Berggruen ist vor vier Jahren als Retter der damals insolventen Waren...

Essen/Wien (APA/dpa) - Der deutsch-amerikanische Geschäftsmann Nicolas Berggruen ist vor vier Jahren als Retter der damals insolventen Warenhauskette Karstadt angetreten. Kritiker werfen ihm vor, nicht genügend Geld in die Sanierung gesteckt zu haben. Jetzt steigt Berggruen wieder aus und der Tiroler Rene Benko ein. Die Krisengeschichte des Konzerns ist lang:

1. September 2009: Nach Jahren des Überlebenskampfes wird für die Karstadt Warenhaus GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet.

7. Juni 2010: Die Berggruen Holding des Privatinvestors Nicolas Berggruen bekommt den Zuschlag zur Übernahme.

30. September 2010: Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. 40.000 Gläubiger verzichten auf 2 Mrd. Euro, die Belegschaft auf 150 Mio. Euro.

23. November 2010: Der frühere Woolworth-Manager Andrew Jennings wird zum neuen Karstadt-Chef ernannt und tritt sein Amt zum Jahreswechsel an.

16. Juli 2012: Karstadt will 2.000 Stellen streichen.

13. April 2013: Karstadt kündigt eine zweijährige „Tarifpause“ für die Beschäftigten an. Die Belegschaft protestiert.

16. September 2013: 75,1 Prozent der Karstadt-Sporthäuser und der Premium-Kaufhäuser gehen an den Karstadt-Vermieter Signa. Im Gegenzug sollen die Österreicher 300 Mio. Euro in die Modernisierung von Karstadt investieren.

7. Juli 2014: Die neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt verlässt nach weniger als fünf Monaten das angeschlagene Unternehmen. Sie sehe keine Basis mehr für den von ihr angestrebten Sanierungsprozess, erklärt die ehemalige Ikea-Managerin.

15. August 2014: Der Tiroler Immobilieninvestor Rene Benko wird die Karstadt Warenhaus GmbH vollständig übernehmen, wie seine Signa-Holding und Berggruen mitteilen.

~ WEB http://www.karstadt.de

http://www.signa.at ~ APA166 2014-08-15/13:17


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