Ukraine überprüft russischen Konvoi - Moskau lässt Panzer auffahren

Donezk/Brüssel (APA/Reuters/dpa/AFP) - Ukrainische Sicherheitskräfte haben am Freitag mit der Kontrolle eines Hilfskonvois auf russischem Ge...

Donezk/Brüssel (APA/Reuters/dpa/AFP) - Ukrainische Sicherheitskräfte haben am Freitag mit der Kontrolle eines Hilfskonvois auf russischem Gebiet begonnen. Rund 60 Beamten seien seit der Früh im Einsatz, erklärte die Grenzschutzbehörde. Der schwedische Außenminister Carl Bildt sprach unterdessen in Brüssel von Foto-Beweisen für die Präsenz russischer Armeefahrzeuge in der Ostukraine.

Die russischen Streitkräfte ließen am Freitag Dutzende Transportpanzer an der Grenze in der Nähe der Hilfskolonne aus etwa 280 Lastwagen auffahren. Die Regierung in Kiew fürchtet eine Invasion unter dem Deckmantel einer humanitären Aktion. Russland hat dies als absurd zurückgewiesen.

Die Lastwagenkolonne war Anfang der Woche in der Nähe von Moskau gestartet und kam am Donnerstag in der Nähe der Stadt Kamensk-Schachtinski, etwa 20 Kilometer vor der Grenze, zum Stehen. Nach einer Inspektion der Ladung durch ukrainische Soldaten sollen die Waren unter Leitung des Roten Kreuzes in die umkämpfte Großstadt Lugansk (Luhansk) gebracht werden. Auf welcher Route diese ins Krisengebiet gebracht werden sollen, war zunächst unklar. Die Absicherung der Kolonne im Konfliktgebiet war ebenfalls offen.

In den ostukrainischen Städten Donezk und Lugansk sind nach den monatelangen Kämpfen Wasser und Nahrungsmittel knapp. Allein in Donezk starben bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten seit Donnerstag mindestens elf Zivilisten, gab die Stadtverwaltung am Freitag bekannt. Der Konvoi enthält nach russischen Angaben 2000 Tonnen Wasser, Babynahrung und andere Hilfsgüter.

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In der Nähe des Konvois beobachteten Reuters-Reporter Dutzende russische Transportpanzer. Nach Berichten britischer Medien fuhren mehrere gepanzerte Fahrzeuge in die Ukraine. Eine große Invasion sei zwar unwahrscheinlich. Es handle sich aber um einen eindeutigen Beleg, dass russische Soldaten in der Ukraine aktiv seien, meldeten mehrere Zeitungen.

Der schwedische Außenminister Carl Bildt bestätigte die Medienberichte am Freitag vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel indirekt: „Es gibt konkrete fotografische Beweise von russischen Armeefahrzeugen, die in die Ukraine eingedrungen sind“, erklärte er. Der litauische Außenminister Linas Linkevicius sprach zudem von Berichten, wonach „über Nacht 70 Stück militärische Ausrüstung über die Grenze gelangt sind“. Auch der britische Außenminister Philip Hammond zeigte sich sehr besorgt über die Berichte. Sollten russische Soldaten oder Fahrzeuge in der Ostukraine sein, müssten diese sofort zurückgezogen werden. Ansonsten hätte dies schwerwiegende Konsequenzen.

Russland wies die Anschuldigungen zurück. „Die Grenzverwaltung für das Gebiet Rostow bestätigt diese Informationen nicht“, sagte ein Sprecher des russischen Inlandsgeheimdienst FSB am Freitag der Staatsagentur Ria Nowosti.


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