Ende der Unruhen in Ferguson: Name von Todesschützen veröffentlicht

Die Lage in Ferguson hat sich beruhigt. Tagelang war die Polizei aggressiv aufgetreten, nun stehen die Zeichen auf Deeskalation. Polizeichef Tom Jackson gesteht Fehler ein.

Der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson, veröffentlichte den Namen des Schützen.
© REUTERS/Lucas Jackson

St. Louis - Knapp eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown in Ferguson hat die Polizei den Namen des weißen Schützen veröffentlicht. Es handle sich um Darren Wilson, einen Beamten mit sechsjähriger Berufserfahrung, sagte der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson, am Freitag vor Journalisten. Der Polizist habe zuvor niemals gegen die Disziplinarregeln verstoßen.

Maßnahmen gegen Wilson habe es bisher nicht gegeben. Der Polizist habe nach der Tat wegen Verletzungen behandelt werden müssen. Laut dem am Freitag veröffentlichten Polizeibericht wurde Brown eines Raubüberfalls auf ein Geschäft verdächtigt, bevor er erschossen wurde. Dabei soll er gegenüber dem Verkäufer handgreiflich geworden und anschließend eine Packung Zigarren gestohlen haben. Wie es anschließend zu den umstrittenen Todesschüssen kam, vor denen Brown Wilson in sein Dienstfahrzeug gedrängt haben soll, erläuterte Jackson nicht. Die Polizei hatte Wilsons Namen tagelang unter Verschluss gehalten, was ihr Kritik von mehreren Seiten einbrachte.

Augenzeuge schilderte anderen Tathergang

Ein Augenzeuge hatte dagegen einen anderen Tathergang geschildert: Brown sei auf dem Weg zu seiner Großmutter gewesen. Als auf ihn geschossen worden sei, habe er die Hände in die Höhe gehalten. Brown sei unbewaffnet gewesen. Bewohner der Kleinstadt im US-Staat Missouri hatten in der Nacht zum Freitag erneut protestiert und eine umfassende Aufklärung des Falls gefordert. Laut Berichten von US-Medien blieb es dabei friedlich, nachdem es in den Nächten zuvor teilweise zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen war.

Gouverneur Jay Nixon hatte die örtliche Polizei zur Deeskalation abgezogen und durch die Polizei des Bundesstaates ersetzt. Der neue Befehlshaber Ron Johnson marschierte mit der Menge und stellte sich den Fragen von Bewohnern und Journalisten. Zuvor war die Polizei schwer bewaffnet und mit Panzerwagen angerückt und hatte die Lage dadurch angeheizt.

In zahlreichen anderen Städten der USA gingen die Menschen auf die Straße, um dem getöteten Michael Brown ihre Solidarität zu zeigen und sich gegen Polizeigewalt zu wenden, darunter in New York, Detroit, Chicago, Orlando und Los Angeles.

Erhobene Hände

Zum gemeinsamen Erkennungszeichen wurden die erhobenen Hände der Demonstranten, die darauf anspielten, dass auch der erschossene Brown die Hände vor seinem Tod gehoben haben soll. Auf Twitter machte ein Foto der Howard-Universität in Washington die Runde, auf der Hunderte Studenten mit erhobenen Händen zu sehen sind. Unter dem Hashtag #NMOS14 wurde auf Twitter zu einer landesweiten Schweigeminute aufgerufen.

Fergusons Polizeichef Thomas Jackson gestand unterdessen ein, zu hart gegen die Demonstranten vorgegangen zu sein. „Ich gebe zu, dass ich Fehler gemacht habe“, sagte er im CNN-Interview am Freitag. Er stellte aber auch klar, dass bei den Einsätzen mit Gummigeschoßen, Tränengas und Rauchbomben kein Protestler verletzt worden sei. Das FBI hat eine Untersuchung angekündigt. (APA/dpa/AFP)


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