Sparkurs beim Heer: Planquadrat in der Luft

Das Verteidigungsministerium will bei den Eurofightern sparen. Die Betriebszeiten der Luftraumüberwachung werden eingeschränkt.

Von Wolfgang Sablatnig

Wien –Überstunden für Techniker und Piloten, Sprit, Wartung: Insgesamt rund 70 Millionen Euro muss das Bundesheer jedes Jahr für den Betrieb der Eurofighter kalkulieren. Zu viel in Zeiten knapper Kassen, die auch in anderen Bereichen der Streitkräfte zu schmerzhaften Einsparungen führen. Als Konsequenz sollen die Betriebszeiten der Kampfjets eingeschränkt werden. Offiziere sprechen vom Modell „Planquadrat“: Zwar kann tagsüber jederzeit eine Alarmrotte (bestehend aus zwei startbereiten Jets) bereitstehen – das aber nur noch bei konkreten Anlassfällen durchgehend.

Knapp 1100 Betriebsstunden – Übung und Einsatz – pro Jahr sind für die 15 Eurofighter vorgesehen. Die Zahl der Piloten ist daher bereits auf zwölf verringert worden. Für mehr reicht das Kontingent an Flugstunden nicht, muss doch jeder Pilot aus Sicherheitsgründen eine Mindestzahl an Flugstunden erreichen.

Die nächste Kürzung, die am Dienstag im Detail präsentiert wird, betrifft die Luftraumüberwachung. Bisher stehen täglich von 8.00 Uhr bis zur Dämmerung bzw. bis 20.00 Uhr zwei Jets für Alarmstarts bereit. Dazu kommt es in der Regel dann, wenn Flugzeuge im österreichischen Luftraum die Regeln für Identifizierung und Funkverkehr verletzen.

Diese Zeiten sollen nach Informationen der TT grundsätzlich weiterhin gelten. Wie bei Radarboxen auf der Straße, die nicht immer „scharf“ sind, wird es aber auch Zeiten geben, in denen keine Alarmrotte bereitsteht.

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Schon jetzt ist zudem üblich, dass die Eurofighter in der Luftraumüberwachung jede zweite Woche mit den jahrzehntealten Saab-105-Trainingsjets abwechseln. Diese sind zwar deutlich langsamer, kosten im Betrieb aber nicht einmal zehn Prozent der Eurofighter, für die eine Flugstunde mit bis zu 70.000 Euro veranschlagt wird.

Die Fixkosten für die Eurofighter und die Luftraumüberwachung bleiben dennoch hoch. In den nächsten Jahren müssen zudem Wartungsverträge neu verhandelt werden. Damit drohen weitere Kosten – obwohl dem Militär auch sonst an allen Enden das Geld fehlt, wie interne Kritiker der Flieger anmerken.


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