Irak-Kämpfe - Steinmeier traf irakischen Amtskollegen in Bagdad

Bagdad (APA/AFP/dpa) - Angesichts der Offensive der IS-Jihadisten im Nordirak hat der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier seinen ...

Bagdad (APA/AFP/dpa) - Angesichts der Offensive der IS-Jihadisten im Nordirak hat der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier seinen irakischen Amtskollegen Hussein al-Sharistani am Samstag in Bagdad getroffen. Thema des Treffens sei der Beschluss der EU-Außenminister, Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak zu befürworten, vom Freitag gewesen.

Steinmeier kam auch mit dem irakischen Präsidenten Fuad Massum sowie dem designierten Regierungschef Haidar al-Abadi zusammen, dessen Nominierung er als „kleinen Lichtblick“ bezeichnete. Über die Gespräche wurden zunächst keine Details bekannt.

Bei seinem anschließenden Treffen mit dem Präsidenten der kurdischen Autonomiegebiete, Massoud Barzani, im nordirakischen Erbil erklärte Steinmeier: „Die Sicherheitskräfte in der Region Kurdistan führen einen mutigen, aber verzweifelten Kampf.“ Das autonome Gebiet sei jedoch „noch eine „Insel der Stabilität“ im Irak.

Zwar sicherte Steinmeier den Kurden erneut Unterstützung im Kampf gegen die jihadistische Gruppe „Islamischer Staat“ (IS, vormals ISIS/ISIL) zu. Ob Deutschland neben seinen Hilfsgüterlieferungen auch Waffen und Ausrüstung in das Krisengebiet schicken werde, ließ er aber weiter offen.

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Einem Zeitungsbericht zufolge erwarte Barzani von Deutschland Unterstützung mit Waffen und Munition. „Wir haben wirklich keinen Mangel an tapferen Kämpfern, wir haben einen Mangel an modernen und effektiven Waffen“, sagte Barzani dem deutschen Magazin „Focus“.

Eine erster deutscher Hilfsflug traf am Samstagfrüh in Erbil ein. Insgesamt wurden von Deutschland 36 Tonnen Hilfsgüter für Flüchtlinge auf den Weg gebracht.

Deren Verteilung durch die Diakonie Katastrophenhilfe sah sich Steinmeier in Erbil persönlich an. Der Leiter der Hilfsorganisation, Martin Keßler, begrüßte, dass „die Bundesregierung die Situation ernst nimmt“. Es müsse mit einem Hilfseinsatz gerechnet werden, der „über Monate, vielleicht Jahre“ gehe.

(NEU: Weitere Zitate Steinmeiers)


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