Tschechischer Finanzminister kritisiert EU-Sanktionen gegen Russland

Prag (APA) - Der tschechische Finanzminister und Chef der Protest-Bewegung ANO, Andrej Babis, hat die EU-Sanktionen gegen Russland im Zusamm...

Prag (APA) - Der tschechische Finanzminister und Chef der Protest-Bewegung ANO, Andrej Babis, hat die EU-Sanktionen gegen Russland im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine kritisiert. In einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung „Pravo“ (Wochenend-Ausgabe) bezeichnete er sie als „unsinnig“ und nutzlos.

„Ich denke, dass sie (Sanktionen) keinen Sinn haben. Sie haben nichts gebracht und werden auch nichts bringen, während der Konflikt weiter eskaliert“, sagte Babis, der sich erstmals ausführlicher zu der Ukraine-Krise geäußert hat.

„Irgendwelche Gewaltlösungen und Aufrufe in den Medien helfen nicht viel, eher im Gegenteil“, sagte Babis weiter. „Die Popularität von (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin steigt, in Russland wachsen nationalistische Emotionen und das ist schlecht“, fügte er hinzu.

In Anspielung auf die Gegenmaßnahmen Russlands in Form der Einfuhrverbote aus der EU erklärte Babis weiter, er sehe ein Problem auch darin, dass es „sehr schwer“ sein werde, auf den russischen Markt zurückzukehren, falls die Russen unterdessen andere Lieferanten fänden.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

„Es ist nicht möglich, Lieferanten täglich zu wechseln. Wenn jemand sagt, dass man den Export in außereuropäische Länder umleiten könnte, dann versteht er offensichtlich nicht, wie die Exportwirtschaft fungiert“, betonte Babis, selbst Wirtschafts-Ingenieur und Besitzer der agrochemischen Holding Agrofert.

Die Auffassung Babis‘ von der ukrainischen Krise und den EU-Sanktionen unterscheidet sich damit von jener der Sozialdemokraten (CSSD) des Premiers Bohuslav Sobotka. Vor allem Außenminister Lubomir Zaoralek (CSSD) verteidigt das EU-Vorgehen gegen Russland vehement. Zu den Kritikern der EU-Sanktionen zählt hingegen Präsident Milos Zeman.


Kommentieren