Klare Mehrheit für Skigebiet
Mehr als 80 Prozent stimmten für die Erhöhung der Kurtaxe beim TVB Pillerseetal zugunsten der Bergbahnen Fieberbrunn. Die Folge ist der Austritt aus dem Schneewinkel.
Von Verena Hofer
Fieberbrunn –Von den bisher 40 Pistenkilometern und elf Liften auf 240 Pistenkilometer und 66 Lifte – das will die Bergbahn Fieberbrunn mit dem Zusammenschluss an den Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang erreichen. Nachdem die Gemeinde ihre Finanzierung 175.000 Euro auf 20 Jahre zugesagt hat, stimmte auch der TVB Pillerseetal bei der Vollversammlung am Montagabend für das große Skigebiet. Dafür wird die Aufenthaltsabgabe im Gemeindegebiet von Fieberbrunn von 1,50 auf 2,50 Euro angehoben. Gültig ist die Neuregelung ab 1. Mai 2015.
Voll gefüllt präsentierte sich der Festsaal in Fieberbrunn mit den TVB-Mitgliedern, um den Plänen der Bergbahnen Fieberbrunn zu lauschen. Aufsichtsratsvorsitzender und gleichzeitig auch Bergbahnen-Geschäftsführer Toni Niederwieser präsentierte die „Jahrhundertchance“. Der Anschluss an den Skicircus soll über den Hörndlingergraben erfolgen. „Damit verbinden wir uns im Zentrum des Skigebiets“, erklärt Niederwieser. Aufhorchen lässt er auch mit weiteren Plänen des Skicircus. Im Jahr 2016/17 soll auch der Zusammenschluss mit Zell am See und Kaprun erfolgen. Direkt angebunden ist das Gletscherskigebiet Kaprun jedoch nicht. Damit stünden den Gästen 110 Lifte und 380 Kilometer Piste zur Verfügung.
Die Verbindung in Fieberbrunn ist mit einer 10er-Gondelbahn geplant, die zwei Teilstrecken hat. 18 Millionen Euro wird die Bahn mit der neuen Piste und Beschneiung kosten. Finanziert wird das Großprojekt durch Eigenkapitalaufstockung, Darlehrensaufnahme, Gemeindezuschuss und die Aufenthaltsabgabe, die jährlich zwischen 350.000 und 370.000 Euro ausmacht. „Wir können das Projekt nicht alleine tragen“, sagt der Geschäftsführer. Kritisch äußerten sich vereinzelt die TVB-Mitglieder. Ein Redner meinte, dass alles auf die Vermieter abgewälzt wird und beispielsweise die Gasthäuser im Skigebiet nicht eingebunden werden. Als Idee brachte er die Erhöhung der Promilleabgabe ein. „Den Promillesatz kann man nicht auf Gemeindegebiet begrenzen, sondern nur auf die Region“, erklärt Niederwieser, warum dies nicht weiter verfolgt wurde. Kritik gibt auch, dass die Öffentlichkeit so viel Geld einbringen muss. „Die Gemeinde und der TVB zahlen mehr als 50 Prozent“, erklärt ein Teilnehmer.
Angst, dass die Skikartenpreise in die Höhe schießen, braucht laut Niederwieser niemand zu haben. Die Preissteigerung wird laut dem Geschäftsführer etwa elf Prozent ausmachen. Eine vierköpfige Familie bezahlt so für die Saisonkarten im Skicircus 920 Euro, im Schneewinkel wären es 810 Euro. Fieberbrunn tritt mit dem Zusammenschluss auch aus dem Schneewinkel aus. Eingebunden wird die Bergbahn Pillersee mit der Buchensteinwand. Dort gibt es auch Karten für den Skicircus zu kaufen und Saisonkarten sind ebenso gültig. Jedoch keine 1- bis 21-Tages-Skipässe. Nicht gelungen ist eine Kooperation mit der Waidringer Steinplatte sowie den St. Johanner Bergbahnen. Andrä Brandtner von der Steinplatte glaubt, dass der TVB dadurch Probleme bekommt: „Wir als Waidringer werden wahrscheinlich auf der Strecke bleiben. Was haben wir dagegen zu heben?“ Allein das Marketingbudget der Bergbahn wird von bisher 350.000 Euro auf 3,3 Millionen Euro durch den Skicircus angehoben. Dass das Unterfangen für den TVB nicht ganz einfach ist, betont auch Aufsichtsrat-Stv. BM Sebastian Eder: „Es kann eine Bewährungsprobe für den TVB sein. Es gilt aber auch, die Vielfalt der Region zu vertreten.“ TVB-Geschäftsführer Florian Phleps sieht keine Probleme bei der Vermarktung.
Insgesamt wurden bei der Wahl 245 Stimmen abgegeben, vier wählten ungültig. Nach Stimmgruppen aufgeteilt sprachen sich 1401 für und 322 gegen das Großprojekt aus. (177 Ja, 64 Nein) Geht es nach den Plänen der Bergbahnen, dann soll die Bauverhandlung Ende Oktober stattfinden und die Arbeiten im Sommer 2015 starten. Die Eröffnung ist für Dezember geplant.