Knowhow der Tiroler Höhlenretter ist gefragt

Beim Bundestreffen der Österreichischen Höhlenretter standen Kommunikation, Verpflegung und Bergetechniken im Vordergrund.

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Von Walter Zwicknagl

Bruck a. Z. –Die Kommunikation in Fels und Eis hatten Höhlenretter aus sechs Bundesländern schon vor zwei Jahren bei der Spannagelhöhle in Tux erprobt. Sie hatten mit dem System des Schweizer Elektroingenieurs und Höhlenforschers Felix Ziegler beste Erfahrungen gemacht. Und die damals 4000 Euro teure Anschaffung hat sich auch beim Höhlenunfall am Untersberg in der Riesending-Schachthöhle in Bayern bewährt, als der 52-jährige deutsche Höhlenforscher Johann Westhauser gerettet wurde. Tiroler Höhlenretter waren damals für den Aufbau des Cave-Link-Systems des Schweizers verantwortlich. Es funktionierte bis zum Schluss einwandfrei, wie der Tiroler Höhlenretter Gerold Sturmmair bestätigt.

„Gerade in diesem Jahr zeigte sich bei Großeinsätzen in der Riesending-Schachthöhle im Berchtesgadener Land und der Jack-Daniels-Höhle im Tennengebirge, wie wichtig eine konstruktive länderübergreifende Zusammenarbeit ist“, stellte Stefan Adrian als Landesleiter der Österreichischen Höhlenrettung (ÖHR) am Wochenende beim Bundesverbandstreffen in Bruck am Ziller fest. Mit dabei war auch Felix Ziegler, der Erfahrungen aus den jüngsten Unfällen sammelt und sein Kommunikationssystem verfeinern will. Im Zentrum steht dabei eine einfache Sprachauswahl. „Das ist wichtig. Denn bei der Rettungsaktion in der Riesending-Höhle waren Retter mit drei unterschiedlichen Muttersprachen im Einsatz“, berichtet Adrian.

Beim Bundesverbandstreffen gab es nicht nur Theorie, sondern auch Praxis. Verschiedene Systeme für die Aufhängung von Tragen und die Erprobung der Gegenzugmethode im Vergleich zu Winde und Flaschenzug wurden im alten Bergbaurevier getestet. Ein Thema war auch einsatztaugliche Warmverpflegung, die eine deutsche Firma zur Verfügung stellte. Alles in allem waren sieben Bundesländer vertreten, auch Polen, Deutsche und Schweizer brachten ihre Erfahrungen ein. Als Bundesverbandsobmann der ÖHR wurde Christoph Breidt von der Einsatzstelle Hallstatt bestätigt. Weiter gearbeitet wird österreichweit an der raschen Mobilisierung der Einsatzkräfte im Ernstfall, die schon vor zwei Jahren auf neue Beine gestellt wurde.

„Eigentlich ist der Riesending-Einsatz für die Tiroler Höhlenretter noch gar nicht abgeschlossen, weil diverse Ausrüstungsgegenstände – darunter ein Teil des Kommunikationssystems – noch in der Höhle liegen. Da hakt es aber nicht bei uns, sondern an den deutschen Behörden“, vermerkt Gerold Sturmmair.

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