Taiwan solidarisiert sich mit Demokratiebewegung in Hongkong

Taipeh/Hongkong (APA/AFP) - Die taiwanesische Regierung hat sich hinter die Massenproteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkon...

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Taipeh/Hongkong (APA/AFP) - Die taiwanesische Regierung hat sich hinter die Massenproteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gestellt. „Wir verstehen und unterstützen die Bürger Hongkongs in ihrem Streben nach einem universellen Wahlrecht“, sagte Präsident Ma Ying Jeou am Montag in Taipeh.

„Sehr besorgniserregend“ sei hingegen die Reaktion der chinesischen Führung auf die Forderungen der Bürger nach mehr Demokratie. Die chinesische Zentralregierung müsse „die Stimme der Menschen in Hongkong erhören und friedliche und behutsame Mittel wählen, um mit dieser Situation umzugehen“, forderte Ma.

Nach Ansicht des taiwanesischen Präsidenten wäre es sowohl für die ehemalige britische Kronkolonie als auch für den Rest Chinas von Vorteil, freie Wahlen in Hongkong zuzulassen. Zugleich redete der Staatschef auch den Demonstranten ins Gewissen, friedlich zu bleiben, um den international bedeutsamen Finanzplatz Hongkong nicht zu erschüttern. „Jegliche politischen Turbulenzen könnten Folgen für Asien und sogar die ganze Welt haben“, warnte Ma. Ein ausgewachsener Konflikt sei deshalb „das Letzte, was wir sehen wollen“.

Die Sicherheitskräfte in Hongkong waren in den vergangenen Tagen mit Tränengas und Pfefferspray gegen Zehntausende Anhänger der Demokratiebewegung vorgegangen, die weite Teile der Millionenstadt lahmlegten. Hongkong hat nach dem Prinzip „Ein Land - zwei Systeme“ einen Sonderstatus, der Bürgerrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit gewährt, die auf dem chinesischen Festland stark eingeschränkt sind. Peking will auch Taiwan - ähnlich wie Hongkong - in seinem Staatsgebiet aufgehen lassen, Taipeh lehnt dies aber ab.

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China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit 1949 als abtrünnige Provinz und festen Bestandteil Chinas und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. Damals hatte sich Diktator Tschiang Kai Schek nach der Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten zurückgezogen. Die Beziehungen verbesserten sich zwar deutlich, seit in Taiwan im Jahr 2008 die Peking-freundliche Kuomintang-Partei an die Macht kam. Allerdings schließt Peking ein militärisches Vorgehen nicht aus, sollte sich Taiwan formell für unabhängig erklären.


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