US-Plakatkampagne muss ohne Bild von IS-Opfer Foley auskommen

New York (APA/AFP) - Das Gesicht des von Islamisten ermordeten US-Reporters James Foley wird nach einer Beschwerde seiner Familie nicht läng...

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New York (APA/AFP) - Das Gesicht des von Islamisten ermordeten US-Reporters James Foley wird nach einer Beschwerde seiner Familie nicht länger für eine gegen Muslime gerichtete Plakatkampagne in New York instrumentalisiert. Die konservative American Freedom Defense Initiative (AFDI) hatte ihre Kampagne mit einem Bild Foleys im orangenen Anzug illustriert, das die kniende Geisel nur Momente vor ihrer Enthauptung zeigt.

Die Familie des Ermordeten hatte dies als antiislamische Stimmungsmache kritisiert. Die umgerechnet knapp 80.000 Euro teure Kampagne startete am Montag im New Yorker Nahverkehrsnetz und sollte nach Darstellung der AFDI „die Sinnlosigkeit der Unterscheidung zwischen ‚gemäßigten‘ und ‚extremistischen‘ Muslimen“ aufzeigen. Als Foleys Henker wurde auf den Plakaten der britische Rapper Abdel-Majed Abdel Bary identifiziert, obwohl ihn die Regierung in London laut Medienberichten nicht länger als Täter verdächtigt. Auf den Plakaten wurde Bary neben Foley stehend ins Bild kopiert, daneben prangte der Spruch: „Den Gemäßigten von gestern gehören die Schlagzeilen von heute.“

Ein Anwalt der Hinterbliebenen richtete daraufhin einen Brief an die Organisation, in der Foleys Eltern betonen, dass ihr Sohn stets höchsten Respekt vor dem Islam gezeigt habe. Die AFDI-Kampagne erwecke hingegen den Eindruck, „dass gewöhnliche Muslime eine gefährliche Bedrohung sind“. Das entspreche weder dem Tenor von Foleys Berichterstattung noch dessen persönlicher Überzeugung. Auch Menschenrechtsgruppen, Religionsgemeinschaften und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hatten die Aktion als Stimmungsmache gegen Muslime kritisiert.

Ein Rechtsbeistand der Initiatoren erklärte der Nachrichtenagentur AFP zwar, dass die Motive mit Foley wegen des Protests zurückgezogen worden seien. Doch die Hinterbliebenen fürchten, dass die Bilder trotzdem in Umlauf geraten und bei ähnlichen Kampagnen in anderen US-Großstädten zum Einsatz kommen könnten.

Statt dem ursprünglichen Motiv zeigt die neue Version der Plakate nun einen maskierten Extremisten, der einen abgetrennten Kopf hochhält. Das Bild soll Bary angeblich wenige Tage vor Foleys Ermordung im Internet veröffentlicht haben. Lediglich das Gesicht des Opfers wurde von AFDI unkenntlich gemacht.

Die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hatte Ende August und Anfang September Videos veröffentlicht, die die Enthauptung von Foley und einem weiteren US-Journalisten namens Steven Sotloff zeigten.


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