Premier Vucic bestätigte bevorstehenden Putin-Besuch in Serbien

Belgrad/Moskau (APA) - Russlands Präsident Wladimir Putin wird am 16. Oktober Belgrad besuchen. Der aus Moskau bereits vor wenigen Tagen ang...

  • Artikel
  • Diskussion

Belgrad/Moskau (APA) - Russlands Präsident Wladimir Putin wird am 16. Oktober Belgrad besuchen. Der aus Moskau bereits vor wenigen Tagen angekündigte Besuch wurde am Dienstag (heute) von Serbiens Ministerpräsident, Aleksandar Vucic, offiziell bestätigt. „Wir haben freundschaftliche Beziehungen“, unterstrich Vucic bei einer Pressekonferenz. Jene könnten auch „noch erfolgreicher“ sein.

Offizieller Anlass des Besuchs ist der 70. Jahrestag der Befreiung Belgrads im Zweiten Weltkrieg, wie schon vor Wochen bekannt gegeben wurde. Daran waren damals neben jugoslawischen Partisanen auch sowjetische Truppen beteiligt. Erstmals seit 29 Jahren ist zu diesem Anlass auch eine Militärparade in der serbischen Hauptstadt Belgrad geplant. Zu diesem Ereignis werden laut Vucic auch „einige Gäste“ erwartet, die 1944 an den Kämpfen um die Stadt teilgenommen haben sollen.

Auf Putins Programm stehen Gespräche mit Präsident Tomislav Nikolic und Vucic während seines eintägigen Besuchs in Serbien. Russlands Präsident wird offenbar von mehreren seiner Regierungsmitglieder begleitet, die wähend des Aufenthalts mit ihren serbischen Amtskollegen zusammenkommen sollen. Putin hatte Belgrad zuletzt im März 2011 besucht.

Der Bau der Gaspipeline South Stream durch Serbien soll, früheren Ankündigungen zufolge, Teil der Gesprächsthemen sein. Belgrad erhofft sich nach der Fertigstellung der Pipeline Einnahmen in der Höhe von etwa 300 Mio. Euro jährlich aufgrund der Transportgebühren. Der Baustart ist für Ende Oktober geplant.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Bis heute hat Serbien jene EU-Regel noch immer nicht umgesetzt, wonach Unternehmen nicht gleichzeitig Gas-Produzenten und Gas-Vertreiber sein dürfen. Erst kürzlich machte die EU-Energiegemeinschaft Belgrad erneut darauf aufmerksam.

Der EU-Beitrittskandidat Serbien hat es abgelehnt, sich den EU-Sanktionen gegen Moskau wegen der Ukraine-Krise anzuschließen. Diese Haltung wird von höchsten Staatsfunktionären regelmäßig unterstrichen. Widersprüchlich dazu setzt Belgrad aber auch Schritte in Richtung Brüssel. Die Tageszeitung „Vecernje novosti“ berichtete etwa am Dienstag (heute), dass die EU noch vor Jahresende die zwei ersten Verhandlungskapitel mit Serbien öffnen dürfte. Dabei soll es sich um die Finanzkontrolle und allgemeine Fragen (32, 35) handeln. Als mögliches Datum wird der 19. Dezember genannt. Das Verhandlungskapitel 35 bezieht sich im Falle Serbiens vor allem auf die Normalisierung der Beziehungen mit dem Kosovo.


Kommentieren