Nesselsucht als falsch eingeschätzte Erkrankung

Wien (APA) - Ein Viertel aller Menschen haben einmal in ihrem Leben eine Episode von Nesselsucht. Auf der Haut fahren rötliche Quaddeln auf....

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Wien (APA) - Ein Viertel aller Menschen haben einmal in ihrem Leben eine Episode von Nesselsucht. Auf der Haut fahren rötliche Quaddeln auf. Die Betroffenen leiden an schwerem Juckreiz oder Brennen. Mit einer Allergie hat das oft nichts zu tun. Häufig wird die Krankheit aber erst nach vielen Anläufen diagnostiziert, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Der 1. Oktober wird in diesem Jahr zum ersten Mal als Welt-Urtikaria-Tag ausgerufen. Es geht vor allem um mehr Bewusstseinsbildung, betonte Otto Spranger, Sprecher der Patientenorganisation „Österreichische Lungenunion“.

Unterschieden werden vor allem zwei Formen von Urtikaria. Es gibt eine akute Verlaufsform, bei der Quaddeln und Juckreiz plötzlich „aus dem Nichts“ auftauchen. Halten die Symptome länger als sechs Wochen an bzw. tauchen sie immer wieder auf, spricht man von einer chronischen Urtikaria. Nur bei 20 Prozent der Fälle lassen sich, so der Wiener Immundermatologe Georg Stingl, bestimmte Reize (Kälte, Hitze, etc.) als Auslöser identifizieren. Zunächst wird oft an eine Allergie gedacht. Der Experte: „Eine chronische Urtikaria ist so gut wie nie allergisch. Aber viele Patienten werden ‚endlos‘ auf Allergien getestet.“

An sich gelingt es bei vielen Betroffenen, die Beschwerden mit Antihistaminika in den Griff zu bekommen. Seit kurzem kann auch der monoklonale Anti-IgE-Antikörper Omalizumab in schweren Fällen mit gutem Erfolg angewendet werden. Das Medikament wurde ursprünglich zur Behandlung des schweren Asthma zugelassen, in klinischen Studien erwies es sich auch bei vielen Patienten mit heftiger chronischer Nesselsucht als wirksam.

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