IS - Türkei erwartet Mandat für grenzüberschreitenden Einsatz

Ankara/Ayn al-Arab (APA/Reuters) - Das türkische Parlament dürfte in Kürze die Weichen für eine direktere Beteiligung des Militärs am Kampf ...

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Ankara/Ayn al-Arab (APA/Reuters) - Das türkische Parlament dürfte in Kürze die Weichen für eine direktere Beteiligung des Militärs am Kampf gegen die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien stellen. Für Donnerstag wurde mit der Abstimmung über einen Antrag der Regierung gerechnet, der noch am Dienstag eingereicht werden sollte.

Vorgesehen ist eine Ausweitung des Mandats, das ursprünglich dafür gedacht war, kurdische Rebellen in deren Rückzugsgebieten im Nordirak zu bekämpfen und die Türkei gegen jegliche Bedrohung durch syrische Regierungstruppen zu schützen. An der Grenze zu Syrien sind einem Bericht der regierungsnahen Zeitung „Sabah“ zufolge inzwischen zwei Brigaden mit insgesamt rund 10.000 Soldaten in Alarmbereitschaft versetzt worden. Sie sollen demnach eine Pufferzone für Zivilisten auf der syrischen Seite der Grenze sichern. Zur Unterstützung stünden Hubschrauber und Kampfjets für Aufklärungsflüge bereit.

Die Türkei hatte bis vor Kurzem eine führende Rolle in der von den USA geleiteten Militärkampagne gegen den IS abgelehnt. Sie befürchtete, dass dadurch letztendlich Syriens Präsident Bashar al-Assad und kurdische Kämpfer, die mit PKK-Rebellen in der Türkei verbündet sind, gestärkt werden könnten. Doch nach der vorübergehenden Geiselnahme von 46 Türken durch den IS hat sich die Haltung geändert. So forderte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Sonntag, sein Land müsse Solidarität zeigen und sich an der Bekämpfung des IS beteiligen.

Ob das allerdings auch einen Bodeneinsatz einschließt, ist mehr als fraglich. Hochrangige Regierungsvertreter signalisierten, die Türkei werde zwar ihre Grenzen zu Syrien und dem Irak verteidigen, wo der IS große Landesteile unter seine Kontrolle gebracht hat. Aber ein einseitiges Eingreifen am Boden sei unwahrscheinlich. Stattdessen dürfte sie auf die Einrichtung einer Flugverbotszone entlang ihrer Grenze beharren. Diese Forderung wurde bereits vor mehr als zwei Jahre erhoben, als der syrische Bürgerkrieg auf die Türkei überzugreifen drohte. Doch NATO-Partner wie die USA reagierten zögerlich, da sie eine Umsetzung für sehr schwierig halten.

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