Commerzbank vor Einigung mit US-Behörden wegen Sanktionsverstößen

Frankfurt am Main (APA/AFP) - Wegen Verstößen gegen US-Finanzsanktionen muss die deutsche Commerzbank womöglich bis zu 650 Mio. Dollar (512 ...

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Frankfurt am Main (APA/AFP) - Wegen Verstößen gegen US-Finanzsanktionen muss die deutsche Commerzbank womöglich bis zu 650 Mio. Dollar (512 Mio. Euro) Strafe zahlen. Die entsprechenden Gespräche mit den US-Behörden über eine gütliche Einigung seien in den vergangenen Tagen „gut vorangekommen“, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag von einer mit der Sache vertrauten Quelle.

Demnach beläuft sich die Strafzahlung auf 600 bis 650 Mio. Dollar. Zudem müsse sich die Bank von einem Dutzend Verantwortlicher trennen, die in die umstrittenen Geschäfte verwickelt gewesen seien.

Im Gegenzug müsse sich die Commerzbank anders als die BNP Paribas nicht schuldig erklären. Das französische Geldhaus hatte im Juni wegen Sanktionsverstößen eine Strafzahlung von 8,9 Mrd. Dollar akzeptiert - die höchste Strafe, die je einer ausländischen Bank in den Vereinigten Staaten auferlegt wurde. BNP hatte sich schuldig erklärt, zwischen 2004 und 2012 tausende verbotene Transaktionen mit Kuba, dem Iran, Myanmar und dem Sudan vorgenommen und verschleiert zu haben.

Die Verstöße, die der Commerzbank vorgeworfen würden, seien weniger „schwerwiegend“ als die der französischen Bank, verlautete aus der Quelle weiter. Die zweitgrößte deutsche Privatbank hatte im Jahr 2010 öffentlich gemacht, dass in den USA Untersuchungen wegen Geschäften mit Verbindungen zum Iran liefen. Sie dauern seitdem an. Nach AFP-Informationen sind die Eckpunkte der gütlichen Einigung geklärt, die in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden soll.

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Der sich abzeichnende Kompromiss stehe aber nicht im Zusammenhang mit einer weiteren Untersuchung gegen die Commerzbank, bei der es um mutmaßlichen Verstöße gegen die strengen Vorschriften zur Geldwäsche-Bekämpfung gehe, erklärte der Informant. Über diese hatte am Wochenende erstmals das „Wall Street Journal“ berichtet. Die Commerzbank wollte sich auf AFP-Anfrage zu keiner der Untersuchungen äußern.

~ ISIN DE0008032004 WEB https://www.commerzbank.de/ ~ APA566 2014-09-30/18:00


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