Ungarischer EU-Parlamentarier verteidigt Einladung von Rechtsextremen

Budapest (APA) - Der sozialistische ungarische EU-Abgeordneter Tibor Szanyi sieht daran nichts auszusetzen, dass er Mitglieder der als recht...

  • Artikel
  • Diskussion

Budapest (APA) - Der sozialistische ungarische EU-Abgeordneter Tibor Szanyi sieht daran nichts auszusetzen, dass er Mitglieder der als rechtsextrem geltenden Motorradgruppe Goj Motorosok aus seiner Heimat in das Europaparlament nach Brüssel einlud und den Besuch mit EU-Geldern finanzierte. Das erklärte Szanyi am Dienstagabend laut der Ungarischen Nachrichtenagentur (MTI).

Dabei habe er die Gäste nicht als Mitglieder des Goj-Vereins, sondern als Zivilpersonen bewirtet. Szanyi erinnerte daran, dass ein jeder EU-Abgeordnete jährlich 110 Gäste bei voller Kostendeckung nach Brüssel einladen könne.

Szanyi gab zugleich zu, dass er eine Wette mit dem Goj-Vorsitzenden Imre Meszaros verloren habe, bei der es um einen zweitägigen Besuch von Goj-Mitgliedern im Europaparlament ging. Stimmen aus der Chefetage der in Ungarn in Opposition befindlichen Sozialistn (MSZP) forderten ein Disziplinarverfahren gegen Szanyi wegen dessen Einladung des als rechtsextrem geltenden Motorradvereins und die Finanzierung der Reise mit EU-Geldern. Szanyi meinte, dass er im Grundstatut seiner Partei keine Verfügung sehe, die darüber entscheide, wen er wohin einladen dürfte. Weiters habe er den MSZP-Vorsitzenden Jozsef Tobias per Brief über die Geschehnisse informiert.

Szanyi soll laut Internetportal Index.hu die Goj-Delegation für 2.700 Euro bewirtet haben. Goj-Motorosok, die in schwarzem Leder und mit Wehrmachtshelmen unterwegs sind, behaupteten, Szanyi sei „kein guter Gastgeber“ gewesen. Die Gruppe habe mit einem Billigflieger nach Brüssel reisen müssen, Szanyi habe sie nicht am Flughafen erwartet, sie nicht durch das Europaparlament geführt und sie letztlich nur zu einem Menü-Abendessen eingeladen. Kritik übte die Gruppe auch daran, dass Szanyi seine Wettschuld nicht aus eigener Tasche bezahlte, sondern die Ehrenschuld aus dem Geldtopf der Europäischen Union beglichen habe. Szanyi sei nicht korrekt gewesen, deshalb komme Goj dessen Bitte bezüglich eines Stillschweigens über den Brüssel-Besuch nicht nach, hatte der Goj-Vorsitzende Imre Meszaros erklärt.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren