Hongkongs Demonstranten halten an Protest zum Nationalfeiertag fest

Hongkong (APA/AFP) - Die Demokratiebewegung in Hongkong will wie angekündigt mit einer Massenkundgebung zum chinesischen Nationalfeiertag ih...

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Hongkong (APA/AFP) - Die Demokratiebewegung in Hongkong will wie angekündigt mit einer Massenkundgebung zum chinesischen Nationalfeiertag ihrem Kampf um freie Wahlen Nachdruck verleihen. Nach einer Nachtwache im Regen strömten die jungen Demonstranten am frühen Mittwochmorgen zum Golden Bauhinia Square der Stadt.

Dort soll um 08.00 Uhr (Ortszeit) mit dem zeremoniellen Hissen der Flagge der 65. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China gedacht werden. Unweit des Platzes stand bereits ein großes Aufgebot an Polizisten bereit.

An der Zeremonie auf dem Platz sollte neben mehreren Vertretern der Kommunistischen Partei auch der umstrittene Chef der Sonderverwaltungszone, Leung Chun Ying, teilnehmen. Chinas unpopulärer Statthalter hatte die Demonstranten am Dienstag aufgefordert, ihre seit Sonntag anhaltende Besetzung des Finanzdistrikts sofort einzustellen. Dies wurde von der Bewegung Occupy Central abgelehnt, sie bekräftigte vielmehr ihren Ruf nach Leungs Rücktritt.

Die Proteste in Hongkong sind die größten seit der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China im Jahr 1997. Sie richten sich gegen eine von Peking verwehrte Wahlreform in Hongkong. Zwar soll die Bevölkerung dort 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen dürfen, doch will die Zentralregierung in Peking zuvor ihr genehme Kandidaten auswählen, um so ihren Einfluss zu sichern.

Der Vorsitzende von Hongkongs Studentenverband, Alex Chow, warnte vor einer Ausweitung der Proteste, sollte die Regierung bis Donnerstag nicht auf die Forderungen reagieren. Die Führung in Peking machte aber bereits deutlich, dass sie zu keinen Zugeständnissen bereit ist.

Die Krise in Hongkong dürfte am Mittwoch auch bei einer Unterredung zwischen US-Außenminister John Kerry und seinem chinesischen Kollegen Wang Yi zur Sprache kommen. Das Gespräch sei bereits vor Beginn der Proteste am Sonntag vereinbart worden, doch werde über sie sicherlich auch gesprochen, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki.


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