Mit blauem Auge durch den Sommer

Der feuchte Sommer war für die Bauern im Bezirk ein beschwerlicher. An Totalausfällen schrammte man knapp vorbei.

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Von Hubert Daum

Imst –Oktober: Sommer vorbei, oder nie stattgefunden? Jedenfalls einer, der nach der letztjährigen Trockenheit wieder ein Extrem auf Lager hatte: viel zu nass, kaum zusammenhängende Sonnentage.

Im Gurgltal brachten am vergangenen Wochenende die letzten Landwirte noch den zweiten Schnitt ein. „Ende September, das weiß ich noch nie“, schüttelt ein alter Bauer aus Nassereith den Kopf. Im Regen stehen lassen musste man auch die Getreidefelder in den späteren Lagen. „Die Ähren wurden schon langsam schwarz“, schildert Stefan Greuter aus Strad die schwierige Situation, „die Futterqualität ist natürlich schlecht.“ Ins gleiche Horn bläst Franz Kapeller aus Mieming: „Glimpflich davongekommen sind nur die Bauern mit einer Trocknungsanlage.“ Glück mit dem Getreide hatte man hingegen im Inntal. Biobauer Josef Glatzl, der auch Brotmehl produziert: „Es war auf des Messers Schneide, wir nutzten den letzten schönen Tag im Juni zum Dreschen.“

Mehr als eine Geduldsprobe war der verregnete Sommer für die Bewirtschafter von Bergmähdern. Für Luis Neurauter aus Ochsengarten ist die Situation fatal. Ende September sei normalerweise der zweite Schnitt schon längst im Trockenen. Er habe gerade den ersten Schnitt fertig ernten können. Für Franz Kapeller war es das Jahr der „Wickler“: Die Folienballen seien heuer die Rettung gewesen. Wenigstens der Erdäpfelernte sieht Kapeller mit Optimismus entgegen: „Ein gutes Jahr mit dem Wermutstropfen, dass sich auf Grund der Trockenheit zu Pfingsten weniger Knollen bildeten und die Früchte eher größer ausfallen. Auch der Silzer Kartoffelbauer Hubert Schöpf ist mit der Kartoffelernte „sehr zufrieden“.

Arg in Mitleidenschaft gezogen wurden die Almen. „Die schauen auf Grund der Trittschäden übel aus“, weiß Martin Kapeller von der Kammer. Zu guter Letzt musste man auf Grund der Schneefälle von den Imster Gemeindealmen in Richtung Außerfern früher „abfahren“. Rund 20 Helfer trieben 260 Rinder und 100 Pferde vorzeitig zusammen und brachten sie beschwerlich ins Tal.


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