„Konzentration“ bei der Viennafair: Weniger Galerien, mehr Sammler

Wien (APA) - In ihrem zehnten Jahr begibt sich die Kunstmesse Viennafair auf einen Konzentrationskurs. Mit 99 Galerien nehmen um 28 weniger ...

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Wien (APA) - In ihrem zehnten Jahr begibt sich die Kunstmesse Viennafair auf einen Konzentrationskurs. Mit 99 Galerien nehmen um 28 weniger Teil als im Vorjahr, auch beim Osteuropa-Schwerpunkt der Messe sind es mit 41 Galerien um zehn weniger. Dies sei „ein ganz bewusster Schritt, auch um die Qualität zu fördern“, so die künstlerische Leiterin Christina Steinbrecher-Pfandt bei der heutigen Pressekonferenz.

An der Eröffnung der bis 5. Oktober geöffneten Messe nimmt heute, Mittwoch, Abend auch Bundespräsident Heinz Fischer Teil. „Für uns ist das ein gutes Zeichen“, sagte Messe-Vorsitzender Dmitry Aksenov, der sich zuversichtlich zeigte, heuer die Besucherzahl aus dem Vorjahr (22.963 Menschen zählte man 2013 bei der Vernissage und den vier Messetagen) übertreffen zu können. Besonders freute er sich darüber, dass sich mehr internationale Sammler als je zuvor angesagt hätten. 350 Sammler haben sich bisher bei der Messe registrieren lassen, rund 60 Prozent davon kommen aus Westeuropa, 25 Prozent aus Osteuropa.

„Schon bisher sind viele unserer Eingeladenen danach ganz enthusiastisch nach Hause gefahren und waren nicht nur von Messebesuch, sondern auch von den Galerien und unserem VIP-Programm in diversen Museen und Institutionen begeistert“, sagte Renger van den Heuvel, Managing Director der Viennafair. „Wir haben die vergangenen Jahre analysiert“, so Steinbrecher-Pfandt: „Dieses Jahr ist daher als das Jahr der Konzentration gedacht, zweitens haben wir versucht, unseren Service zu optimieren.“

Als prominente Neuzugänge bei den internationalen Galerien nannte die Leiterin u.a. KOW aus Berlin, the Agency aus London und die Flatland Gallery aus Amsterdam. „Die meisten international tätigen österreichischen Galerien nehmen an der Viennafair teil. Es ist für uns unheimlich wichtig, dass die lokalen Galerien uns unterstützen.“ Das begleitende „curated by“-Galerienprogramm macht ganz zentral in der Messehalle mit etlichen Liegen auf sein diesjähriges Motto „The Century of the Bed“ aufmerksam. In der „ZONE 1“ sind Einzelpräsentationen von 18 jungen österreichischen Künstlern zu sehen.

Die Lage in Osteuropa entwickle sich für den Kunstmarkt sehr uneinheitlich, sagte Steinbrecher-Pfandt: „Jedes Land ist sehr verschieden in Osteuropa. Polen entwickelt sich weiterhin sehr positiv, Russland ist durch die politische Situation sehr schwierig. Jedes Land hat einen eigenen Charakter.“ Die Ukraine-Krise habe auf den Kunstmarkt bisher keine Auswirkungen gehabt, auch die Mironova Gallery aus Kiew ist heuer wieder mit dabei.

Die Fokus-Länder sind heuer Rumänien und Aserbeidschan. „Wir haben schon letztes Jahr begonnen, uns mit Kunstszenen zu befassen, wo es keinen aktiven Kunstmarkt gibt“, so die Viennafair-Leiterin, der kurz vor der Messe ihre Co-Leiterin Vita Zaman abhandengekommen war. Dies habe aber bisher keine Auswirkung auf die Messe gehabt. Ob es künftig bei der künstlerischen Leitung wieder eine Doppel-Spitze geben wird, ließ Aksenov offen: „Wir konzentrieren uns jetzt einmal auf diese Ausgabe, für die Zukunft möchte ich noch keine Aussage treffen.“

Die Preise der Wirtschaftskammer Wien für die beste Standgestaltung (je 5.000 Euro) gehen heuer an Josefine Wagner, Galerie Raum mit Licht (Emerging Gallery Prize), die heuer Klaus Pamminger zeigt, und Georg Kargl (Established Gallery Prize). Den erstmals vergebenen International Gallery Prize erhält die Galerie Zak / Branicka aus Warschau und Berlin. Die feierliche Übergabe findet morgen, Donnerstag, in der Wirtschaftskammer Wien statt.

(S E R V I C E - Viennafair The New Contemporary, 2. bis 5.10., Do und Sa 11-19 Uhr, Fr 11-20 Uhr, So 11-18 Uhr, Messe Wien, Halle A, Messeplatz 1, 1020 Wien, http://www.viennafair.at, Online-Katalog: www.viennafair.at/de/online-katalog Blog: http://thenewcontemporary.com)

(A V I S O - Alternative Namensschreibung: Dmitri Aksjonow. B I L D A V I S O - Fotos stehen im Pressebereich von www.viennafair.at zum Download bereit.)


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