EHFG - Präsident Brand: Nutzen der EU im Gesundheitsbereich aufzeigen

Bad Hofgastein (APA) - In Bad Hofgastein ist am Mittwoch das 17. European Health Forum Gastein (EHFG) eröffnet worden. Gleich zum Auftakt wu...

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Bad Hofgastein (APA) - In Bad Hofgastein ist am Mittwoch das 17. European Health Forum Gastein (EHFG) eröffnet worden. Gleich zum Auftakt wurde der Plan des designierten EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, die Bereiche Arzneimittel und Medizinprodukte von der Generaldirektion Gesundheit in das Ressort Binnenmarkt und Industrie zu verschieben, kritisch beurteilt.

„Wie immer dieses Vorhaben und seine möglichen Auswirkungen im Detail zu beurteilen sind, die vorgeschlagene Kompetenzverschiebung kann jedenfalls auch als Schwächung der Gesundheitsanliegen innerhalb der Kommission gesehen werden - und das ist sicher nicht wünschenswert“, sagte EHFG-Präsident Helmut Brand. Denn gerade der Gesundheitsbereich würde sich in besonderem Maß dafür eignen, für Menschen den konkreten Nutzen eines starken Europa deutlich und erlebbar zu machen. „Hier müssen wir kreativ sein und können uns durchaus von anderen Politikbereichen inspirieren lassen“, so Brand. „Nehmen wir etwa die Roaming-Initiative der Kommission. Dass Telefonieren in Europa dank der EU billiger geworden ist, leuchtete auch Euroskeptikern ein. Wir brauchen eine ähnliche Initiative mit konkretem Nutzen für die Gesundheit der Bürger - ein ‚Roaming‘-Projekt für Gesundheit.“

In den vergangenen beiden Jahren hat sich das EHFG mit den Auswirkungen der Finanzkrise auf die Gesundheit beschäftigt. „Wir haben diskutiert, wie die Krise die Menschen krank macht, und wie Gesundheitssysteme krisenfest werden und dabei trotzdem innovativ bleiben. Die Aufgabe, die wir aus diesen Einsichten mitnehmen, ist klar: Wir müssen uns jetzt Strategien für eine nachhaltige, patientenorientierte Gesundheitspolitik widmen, und wir brauchen eine Wiederbelebung und Stärkung des Health-in-all-Policies-Ansatzes. Denn die gesundheitlichen Auswirkungen von bestimmten Maßnahmen sollten in allen Politikbereichen berücksichtigt werden, gerade auch in der Wirtschafts- und Budgetpolitik“, sagte Brand.

Rund 600 Experten und Entscheidungsträger aus 50 Ländern diskutieren von heute bis Freitag in Bad Hofgastein zahlreiche gesundheitspolitische Themen. Auch der designierte EU-Kommissar für Gesundheit und Ernährungssicherheit Vytenis Andriukaitis und die neue österreichische Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) sowie eine Reihe ihrer Amtskollegen aus anderen Ländern haben ihr Kommen angekündigt.

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