MedUni Wien und AKH haben neues Labor zur Rippenfellkrebs-Forschung

Wien (APA) - Die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Asbest haben zu einer Zunahme von Rippenfellkrebserkrankungen geführt. Ein neues inte...

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Wien (APA) - Die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Asbest haben zu einer Zunahme von Rippenfellkrebserkrankungen geführt. Ein neues interdisziplinäres Forschungslabor am Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni und des AKH Wien soll hier zu wissenschaftlichen Fortschritten in der Behandlung führen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

An sich gibt es am CCC schon seit einigen Jahren eine interdisziplinäre Kooperation mit Fokus auf Patienten-nahe Forschung („translational“) bei Krebserkrankungen des Thorax. Schwerpunkt ist neben Lungenkrebs vor allem das Pleuramesotheliom (Rippenfellkrebs). Michael Grusch vom Institut für Krebsforschung der Med Uni Wien sagte: „Bis vor kurzem galt das Pleuramesotheliom als seltene Erkrankung. Das ändert sich leider gerade. Eine der Hauptursachen für das Entstehen der Krankheit ist Asbest. Durch die lange Inkubationszeit der Krankheit treten jetzt erst die Schäden zutage, die vor 20, 30 Jahren entstanden sind. Eine seriöse Studie prognostiziert, dass bis 2029 in Europa 250.000 Menschen an Rippenfellkrebs sterben werden.“

Dazu berichtete der Wiener Thoraxchirurg Mir Alireza Hoda: „Was uns zu denken gibt, ist, dass wir vermehrt junge Patienten zwischen 30 und 50 Jahren sehen. Früher waren hauptsächlich Menschen über 65 Jahre betroffen.“ Das Pleuramesotheliom wird mit einer Kombination aus Chemotherapie, Chirurgie und Strahlentherapie behandelt. Hoda: „Unser Ziel ist es, Marker für das Mesotheliom zu finden und personalisierte Behandlungsansätze zu entwickeln. Noch gibt es keine, aber sie würden uns helfen, die entsprechenden Therapien für die jeweiligen Patienten auszuwählen.“ Seit kurzem existiert nun ein eigenes Forschungslabor, das im Anna-Spiegel-Forschungsgebäude angesiedelt ist: das Labor für Translationale Thorakale Onkologie.

Um Rippenfellkrebs besser verstehen zu lernen, haben die Mitglieder des Labors eine der weltweit größten Zellkulturbanken auf diesem Gebiet geschaffen. Dabei werden sowohl Blut- und Gewebeproben gesammelt als auch Zellkulturen angelegt. Das ermöglicht den Wissenschaftern umfangreiche funktionelle Untersuchungen von Proteinen und Genen. Molekularbiologe Balazs Hegedüs erläuterte: „Unsere Arbeit ist sehr breit aufgefächert. Wir bearbeiten von der Genetik bis zur Beurteilung von Therapien alle Aspekte der Erkrankung.“ Die Forschungsergebnisse könnten sehr schnell in die klinische Praxis umgesetzt werden.

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