Stichwort - Holland Blumen Mark

Wien (APA) - Erst vor zwei Wochen hat Holland Blumen Mark den 40. Geburtstag gefeiert. Nun brachte das Unternehmen, das seit heuer mehrheitl...

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Wien (APA) - Erst vor zwei Wochen hat Holland Blumen Mark den 40. Geburtstag gefeiert. Nun brachte das Unternehmen, das seit heuer mehrheitlich Investor Anton Stumpf gehört, der zuvor schon über Recap mit im Unternehmen war, einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung ein.

Der Unternehmensstart erfolgte 1974 - noch unter dem Namen Holland Blumen Markt - mit dem Motto: „Jeder soll sich Blumen und Pflanzen leisten können.“ Kees van der Velden war der Gründer. Die ersten beiden Geschäfte öffneten in Wien in der Gudrunstraße und am Praterstern. Van der Velden selbst, drei holländische und drei österreichische Mitarbeiter verkauften die Blumen und Pflanzen - das Selbstbedienungssystem herrschte von Anfang an. Auch das Logo mit der Windmühle wurde rasch kreiert.

1998 verschwand das „t“ am Ende des Firmennamens. Eine Klage des VKI erzwang eine Änderung, das Führen der Bezeichnung „Markt“ wurde als irreführend verboten. Das Unternehmen strich dann einfach das „t“ am Ende - Firmenschilder wurden ohne größeren Aufwand geändert, teils einfach der Buchstabe herausgeschnitten.

Seit 2008 gehörte Holland Blumen Mark der Sanierungsgesellschaft Recap - mit den Geschäftsführern Stumpf und Fred Duswald. Zuvor war Cornelius Petrus van der Velden Eigentümer gewesen, das Unternehmen sollte mit Recap wieder in die Gewinnzone. Zum Höhepunkt gab es knapp 150 Filialen.

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Offenbar ging die 2008 gestartete Strategie der Revitalisierung der dann noch an die 100 Märkte, die Recap einschlug, nicht ganz auf. Beispielsweise wurden auch aufgelassene Tankstellen - insgesamt 15 unter dem Motto „Blumen statt Blech“ - zu Geschäftslokalen umgewandelt und Floristik sollte eine größere Rolle spielen.

Das Sortiment wurde ab 2008 erweitert. Es wurden nicht nur Pflanzen angeboten, sondern auch Zusatzartikel wie Keramik, Beistecker, Glaswaren und Saisonartikel. Auch ein Franchise-System wurde gestartet, zuletzt liefen etwas mehr als zehn Niederlassungen über dieses Geschäftsmodell. Laut Unternehmensangaben auf der Homepage wollte man weiterwachsen und griff daher auch zum Franchise-System.

Im zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht aus dem Jahr 2012 machte die Firma bei einem Umsatz von etwa 23 Mio. Euro rund 1,4 Mio. Euro Jahresverlust. Der Bilanzverlust - also inklusive Verlustvorträgen - belief sich allerdings auf 5,4 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote machte gerade einmal 4,5 Prozent aus.

Im Bestätigungsvermerk für 2012 hielten die Wirtschaftsprüfer fest, dass der weitere Bestand der Firma wesentlich davon abhänge, dass die Restrukturierungsmaßnahmen „termingerecht“ umgesetzt werden und keine negativen Planabweichungen zu verzeichnen seien. Weiters davon, dass das Immobilienverkaufsprogramm plangerecht umgesetzt wird, die Banklinien aufrechterhalten bleiben sowie in den folgenden Jahren die Refinanzierung des dargestellten Finanzbedarfs gesichert sei.

In einem Nachtragsbericht räumte die Geschäftsführung ein, dass die Umsatzlage in den ersten fünf Monaten 2013 hinter Plan liege. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2013 sind nicht bekannt.


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