448 Projekte in 10 Jahren: Lob und Empfehlungen für den Fernsehfonds

Wien (APA) - Nach zehn Jahren Fernsehfonds Austria wurde am Donnerstag Bilanz gezogen: 448 Fernsehproduktionen wurden mit 103 Mio. Euro gefö...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Nach zehn Jahren Fernsehfonds Austria wurde am Donnerstag Bilanz gezogen: 448 Fernsehproduktionen wurden mit 103 Mio. Euro gefördert. Insgesamt wurden durch die Projekte 333 Mio. Euro in Österreich investiert, wie Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Fachbereichs Medien der RTR GmbH, bei einem Pressegespräch erklärte. Zum Geburtstag gab es anhand von zwei Studien auch Lob für die Einrichtung.

So sei der Fernsehfonds ein wesentlicher Faktor für die Stärkung der Produzentenrechte gegenüber den Fernsehsendern, wie Oliver Castendyk von der Hamburg Media School erläuterte. „Er verfügt über die komplexeste, ausführlichste Regelung weltweit.“ Auch die Ansiedlung in der RTR trage dazu bei, wobei es selbst in dieser Konstellation „am Ende des Tages ein Geben und Nehmen“ sei. „Die Macht des Auftraggebers wird bei den Sendern bleiben“, so Castendyk, der sich in seiner Untersuchung genau dieses Verhältnis näher angesehen hat.

Positiv fiel auch der Befund von Andreas Gebesmair aus. Der Professor an der Fachhochschule St. Pölten widmete sich der „Veränderung der Fernsehfilmproduktion seit 2004“, also seit Einführung des Fonds. Der Sukkus: Die Förderstelle biete transparente Richtlinien und verfüge über ein kompetentes Team, habe als „Katalysator“ zur Steigerung des Produktionsaufkommens beigetragen und der Branche eine gewisse Stabilität gebracht. Für die Studie wurden vorhandene Statistiken analysiert sowie 41 Leitfadeninterviews geführt.

Zwar entfalle 70 Prozent des Förderbudgets zwischen 2004 und 2012 auf nur zehn Firmen, „aber es gibt sehr wohl etliche kleinere Produzenten, denen es gelingt, Förderungen zu bekommen“, unterstrich Gebesmair. Diese Schieflage spiegle letztlich den Markt wieder und sei etwa auch im ORF zu beobachten: 2012 konnten dort 31 Prozent der Auftragnehmer 95 Prozent des investierten Volumens auf sich vereinen.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Am Ende der Studie stehen dennoch einige Empfehlungen: So wären etwa das jährliche Budget von 13,5 Mio. Euro an die steigende Nachfrage anzupassen und zusätzliche Anreize für innovative Finanzierungs- und Verwertungsstrategien zu schaffen. Eine Neuerung steht für den Fernsehfonds, dessen zehnjähriges Jubiläum am Donnerstagnachmittag auch mit einem Festakt in Wien begangen wird, im kommenden Jahr ohnedies an: Auf der Website der RTR soll ein Online-Filmarchiv mit allen geförderten Projekten zur Verfügung gestellt werden.

(S E R V I C E - www.fernsehfonds.at; Download der beiden Studien unter: https://www.rtr.at/de/komp/schriftenreihenr22014)


Kommentieren