Zwei Töchter in Wien getötet: Mutter in Anstalt eingewiesen

Ein Mutter tötete im Vorjahr in Wien ihre beiden Kinder und sprang danach aus dem Fenster. Sie wollte laut Abschiedsbrief mit einem erweiterten Selbstmord die Familie von „Schande“ freimachen. Die 39-Jährige ist am Donnerstag in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden.

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Wien – EEine vierfache Mutter, die am 19. September 2013 in der Koppstraße in Wien-Ottakring ihre sechs bzw. neun Jahre alten Töchter erdrosselt hatte, ist am Donnerstag im Straflandesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Die Entscheidung ist bereits rechtskräftig.

Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet die 39-Jährige an einer „anhaltenden wahnhaften Störung“, war damit zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig und nicht schuldfähig. Die Frau dürfte einen erweiterten Selbstmord im Sinn gehabt haben - nachdem sie ihren Töchtern das Leben genommen hatte, schnitt sie sich die Pulsadern auf und stürzte sich aus dem vierten Stock. Wie durch ein Wunder überlebte sie den aus einer Höhe von elf Metern erfolgten Sturz auf einen asphaltierten Gehweg.

„Sie ist nicht böse. Diese Frau ist krank. Diese Erkrankung ist Grund für die Tat, wegen der wir hier sitzen“, stellte Gerichtspsychiater Karl Dantendorfer klar. Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau daher nicht als Doppelmörderin angeklagt, sondern ihre Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt.

Die 39-Jährige stammt aus Ägypten. Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann lernte sie einen Landsmann kennen, der in Wien als Taxifahrer arbeitete. Mit diesem zog sie im Jahr 2000 nach Österreich und brachte in weiterer Folge vier Kinder - drei Töchter und einen Sohn - zur Welt. Der Bub litt unter einer schweren Krankheit, deren Ursache sich geraume Zeit nicht feststellen ließ. Trotz mehrerer Operationen besserte sich der Zustand des Kindes nicht. Erst im August 2013 diagnostizierten Ärzte Morbus Addison, eine Erkrankung der Nebennierenrinde. (APA)


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