EZB-Wertpapier-Kaufprogramm bis zu eine Billion Euro schwer

Neapel/Frankfurt/Wien (APA/Reuters) - Im Kampf gegen eine Kreditklemme will die EZB mit ihrem neuen Wertpapier-Ankaufprogramm bis zu eine Bi...

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Neapel/Frankfurt/Wien (APA/Reuters) - Im Kampf gegen eine Kreditklemme will die EZB mit ihrem neuen Wertpapier-Ankaufprogramm bis zu eine Billion Euro in die Hand nehmen. Das kündigte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nach der auswärtigen Zinssitzung in Neapel an. Allerdings sei dies ein potenzielles Gesamtvolumen. Nähere Details zum Programm sollten in Kürze bekanntgegeben werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will Kreditverbriefungen - sogenannte ABS - und Pfandbriefe kaufen. Mit ABS-Papieren können Banken Kredit-Risiken bündeln, aus der Bilanz auslagern und am Markt damit handeln. Idealerweise haben sie dann mehr Mittel frei, um neue Darlehen zu vergeben. Die ABS sollen auf dem Primär- und dem Sekundärmarkt gekauft werden, sagte Draghi, die EZB dürfte das potenzielle Volumen von einer Billion Euro aber nicht ausschöpfen.

Dem Vernehmen nach soll es zu den ABS zwei Gegenstimmen im EZB-Rat gegeben haben, war aus Finanzkreisen zu erfahren. Dabei soll es sich um Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny gehandelt haben.

Die EZB hält sich angesichts der sehr niedrigen Inflation in der Eurozone den Kauf von Staatsanleihen offen. Die Währungshüter seien einhellig der Auffassung, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, „sollte dies notwendig werden“, sagte Draghi am Donnerstag nach der EZB-Ratssitzung in Neapel. Die Inflationsrate war im September auf das Fünf-Jahres-Tief von 0,3 Prozent gefallen.

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„Damit wird die Fantasie auf ein größer angelegtes Kaufprogramm von Staatsanleihenaufrechterhalten“, sagte Analyst Jan Holthusen von der DZ Bank zu den Äußerungen Draghis. Mit entsprechenden Käufen hatten bereits die Notenbanken der USA, Japans und Großbritanniens ihre Wirtschaft nach der Finanzkrise aus der Talsohle geführt. Auf breiter Front fallende Preise gelten als besonders gefährlich, weil eine solche Deflation die Konjunktur auf Dauer abwürgen kann. Denn Verbraucher schränken dann in Erwartung immer weiter fallender Preise ihren Konsum ein - und Unternehmen schieben Investitionen auf die lange Bank.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA442 2014-10-02/15:42


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