YLine-Prozess - Zeugen müssen nach Unklarheiten noch einmal aussagen

Wien (APA) - Die Yline-Tochterfirma WebLine, die durch die Beteiligung von Yline laut Staatsanwaltschaft selbiger einen Schaden in Millionen...

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Wien (APA) - Die Yline-Tochterfirma WebLine, die durch die Beteiligung von Yline laut Staatsanwaltschaft selbiger einen Schaden in Millionenhöhe zugeführt hat, hat als Erotik-Portal lediglich aus einer Webcam bestanden, ging im heutigen Strafverfahren aus Vernehmungsprotokollen hervor. Gegen Ende des heutigen Prozesstages gab es dann noch eine überraschende Wendung.

Warum WebLine der Yline einen millionenschweren Kaufpreis wert war konnte auch ein weiterer Zeuge heute, Donnerstag, nicht erklären. Dafür sorgte er für schallendes Gelächter bei Angeklagten und Anwälten als er über die Ausstattung des Erotik-Start Ups mit diversen Utensilien berichtete. Bei der Pleite des einstigen Internet-Stars Yline haben die Anleger nahezu all ihr Geld verloren.

Am Nachmittag des heutigen 23. Verhandlungstages drehte sich die Frage darum, wer den Beteiligungsprozess der Yline an WebLine begleitet hat. Laut Angeklagten soll der heute Nachmittag geladene Gesellschafter der WebLine im zurückliegenden Zivilprozess diesen Punkt anders dargestellt haben als heute im Strafverfahren. Der Zeuge beharrte darauf, dass über ihn kein Geld geflossen sei, sondern vielmehr einer der mitangeklagten Yline-Aufsichtsräte die Verhandlungen geführt und die Zahlung getätigt hat.

Der Hauptangeklagte Ex-Yline Gründer Werner Böhm betonte anschließend, dass der Zeuge klargestellt habe, dass die ehemaligen Besitzer der WebLine keinesfalls über den Tisch gezogen wurden. Ein weiterer Angeklagter meinte mit Anspielung auf einen heute nicht anwesenden Mitangeklagten: „Mir fehlen die Worte wegen dieser Drecksau.“ Konkret geht es darum, dass der Mitangeklagte in einer Doppelfunktion hinter dem Rücken der anderen angeklagten Aufsichtsratsmitglieder und des Vorstandes agiert haben soll - so die Angeklagten

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Ein WebLine-Mitbegründer hatte danach ausgesagt, dass das Geschäft mittelprächtig gelaufen sei. Wer von den vier Gründern festgelegt hatte, dass WebLine um 700.000 Euro je Gründer verkauft wird, konnte der Zeuge nicht mehr sagen. Wem genau die WebLine verkauft wurde konnte er ebenfalls nicht beantworten. „Ich nehme an der Yline“, sagte er. Unklar bleib auch, wer von Seiten von Yline die Verhandlungen geführt hat.

Richterin Marion Hohenecker meinte anschließend, dass zwei Zeugen - Mitbegründer der WebLine - noch einmal in den Zeugenstand geladen werden. Am 8. Oktober geht das Verfahren am Wiener Straflandesgericht im Großen Schwurgerichtssaal weiter.


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