Europas Börsen stürzen zum Handelsschluss ab

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag im Späthandel deutlich nachgegeben und mit deutlichen Verlusten ge...

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Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag im Späthandel deutlich nachgegeben und mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 verlor 80,66 Einheiten oder 2,52 Prozent auf 3.114,42 Zähler. Die Leitbörsen sackten vor allem während der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank ab.

Der EZB-Rat beschloss am Donnerstag den Kauf von Forderungen gedeckter Anleihen (Covered Bonds) ab Mitte Oktober. Ab dem vierten Quartal 2014 wird die Notenbank zusätzlich in den Kauf von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities, ABS) einsteigen. Beide Programme haben eine Laufzeit von zwei Jahren. Der Leitzins wurde unterdessen wie erwartet auf 0,05 Prozent belassen. „Der Ausblick für eine moderate Erholung in 2015 bleibe bestehen“, so der Notenbank-Präsident Mario Draghi.

Die am Donnerstag gemeldeten US-amerikanischen Konjunkturdaten blieben hingegen ohne positive Auswirkungen auf die europäischen Märkte. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind vergangenen Woche überraschend gefallen. Am Markt werden die Zahlen als positives Vorzeichen für den viel beachteten Arbeitsmarktbericht für September interpretiert, der wird am Freitag veröffentlicht wird.

Einen förmlichen Abrutsch erlitt am Donnerstagnachmittag die Bankenbranche. Die Titel der Societe Generale sackten 4,76 Prozent ab, die Papiere der UniCredit fielen 4,84 Prozent und die Deutsche Bank kämpfte mit einem Verlust von 3,01 Prozent.

Nach dem durchwachsenen Börsendebüt von Zalando am Mittwoch legte der Start-up-Brutkasten Rocket Internet am Donnerstag einen Fehlstart hin. Die Papiere starteten zwar mit ihrem Ausgabepreis von 42,50 Euro, fielen jedoch schlussendlich auf 36,80 Euro. Zalando-Aktien sanken auf 18,35 Euro und damit unter ihren Ausgabepreis von 21,50 Euro.

Die Papiere des Düngerproduzenten K+S zählten hingegen mit minus 3,05 Prozent zu den Verlieren. Der kanadische Branchenkollege Agrium hatte die Erwartungen des Marktes verfehlt. Lufthansa-Aktien fielen wegen der nach wie vor verhärteten Fronten bei den Tarifverhandlungen mit den Piloten um 2,83 Prozent.

Für die Aktien des Stahlkochers Salzgitter ging es um drei Prozent nach unten. Der Chef des Branchenkollegen voestalpine, Wolfgang Eder, warnte in einem Zeitungsinterview vor einem Abschwung in der Stahlindustrie. Am Vortag hatte sich bereits der Chef des Stahlhändlers Klöckner & Co (KlöCo) vorsichtig zum Stahlmarkt geäußert zum. Die KlöCo-Titel fielen am Donnerstag um 3,84 Prozent.

Die Anteilsscheine von Hochtief schossen hingegen nach der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms um 6,28 Prozent nach oben. Tui-Aktien lukrierten zunächst Gewinne, mussten jedoch im Sog des allgemeinen Abwärtstrends 0,65 Prozent abgeben. Europas größter Reiseveranstalter, die Tui-Tochter Tui Travel, überzeugte die Anleger mit Aussagen zur Gewinnentwicklung. Das Unternehmen trotzte mit exklusiven Urlaubsangeboten dem Preiskampf im Last-Minute-Geschäft.

Borussia Dortmund bleibt nach einem weiteren Sieg in der Champions League auf Achtelfinal-Kurs. Die Anleger honorierten das zunächst mit einem Kursplus, jedoch fielen die Aktien im Negativtrend um 0,81 Prozent. Hingegen wurden die Titel von AS Roma mit einem Minus von 1,10 und Lisboa mit einem Abschlag von 7,07 Prozent verprellt.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA526 2014-10-02/18:08


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