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Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Enttäuschende Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik haben den deutschen Aktienmarkt am Donner...

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Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Enttäuschende Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Als Belastung hinzu kamen schwache Konjunkturdaten aus den USA. Der deutsche Leitindex DAX fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte August und verlor am Ende 1,99 Prozent auf 9195,68 Punkte.

Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 3,11 Prozent, da am Freitag wegen des Tages der Deutschen Einheit nicht gehandelt wird. Der MDAX büßte 1,60 Prozent auf 15 567,21 Punkte ein und der TecDAX sackte um 2,66 Prozent auf 1214,45 Punkte ab.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich zwar mit neuen Maßnahmen gegen Wachstumsschwäche und Niedriginflation im Euroraum. So wird die EZB ab Mitte Oktober mit Forderungen gedeckte Anleihen kaufen und ab dem vierten Quartal zusätzlich Kreditverbriefungen. Ökonomen aber äußerte sich skeptisch: „Die Europäische Zentralbank kann froh sein, wenn sie einen dreistelligen Milliardenbetrag realisiert“, sagte Michael Schubert, EZB-Experte bei der Commerzbank. Die potenzielle Summe von einer Billion nannte Schubert „unrealistisch hoch“. In den USA war im August der Auftragseingang in der Industrie wegen schwacher Bestellungen aus dem Transportsektor noch stärker als erwartet gesunken.

Zur Zurückhaltung bei den Investoren dürfte auch der Tag der Deutschen Einheit am Freitag beitragen haben. Dann wird in den USA der viel beachtete Arbeitsmarktbericht für September veröffentlicht, der für Kursausschläge sorgen kann. Profi-Anleger hierzulande können darauf allerdings erst am Montag reagieren.

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Nach dem durchwachsenen Börsendebüt von Zalando zur Wochenmitte legte der Start-up-Brutkasten Rocket Internet am Donnerstag einen Fehlstart hin. Die Papiere starteten zwar mit ihrem Ausgabepreis von 42,50 Euro, fielen zwischenzeitlich aber bis auf 36,66 Euro. Am Ende schlossen sie bei 37,00 Euro. Zalando-Aktien sanken um 11,63 Prozent auf 19,00 Euro und damit deutlich unter ihren Ausgabepreis von 21,50 Euro.

Im DAX zählten die Papiere des Düngerproduzenten K+S mit minus 3,05 Prozent zu den Verlierern. Der kanadische Branchenkollege Agrium hatte die Erwartungen des Marktes verfehlt. Lufthansa-Aktien fielen angesichts der nach wie vor verhärteten Fronten bei den Tarifverhandlungen mit den Piloten um 2,75 Prozent. Am Index-Ende litten die Papier der Commerzbank besonders deutlich unter der Enttäuschung über die EZB und büßten mehr als 5 Prozent ein.

Die Anteilsscheine von Hochtief schossen hingegen nach der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms um mehr als sechs Prozent nach oben und waren damit der Favorit im MDAX. Im Tec-DAX sackten die Papiere des LED-Ausrüsters Aixtrom um rund sechs Prozent ab. Ein Börsianer begründete dies mit enttäuschenden Signalen vom LED-Hersteller Cree.

Der Euro-Stoxx-50 brach um 2,77 Prozent auf 3106,42 Punkte ein. Der CAC 40 in Paris rutschte ähnlich stark ins Minus, während der FTSE-100-Index in London 1,69 Prozent verlor. In New York gab der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um 0,55 Prozent nach.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,75 Prozent am Vortag auf 0,73 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 137,98 Punkte. Der Bund Future sank um 0,10 Prozent auf 150,26 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,2631 (Mittwoch: 1,2603) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7917 (0,7935) Euro.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA550 2014-10-02/18:54


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