Bundesheer - Tiroler Bürgermeister „ziemlich entsetzt“ und enttäuscht

Lienz/Vomp (APA) - Die vorgesehenen Kasernenschließungen in Tirol lösen bei den betroffenen Bürgermeistern Unmut und Enttäuschung aus. Beson...

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Lienz/Vomp (APA) - Die vorgesehenen Kasernenschließungen in Tirol lösen bei den betroffenen Bürgermeistern Unmut und Enttäuschung aus. Besonders die Lienzer Bürgermeisterin, LAbg. Elisabeth Blanik (SPÖ), in deren Stadt die Franz Joseph-Kaserne verkauft werden soll, zeigte sich im Gespräch mit der APA betroffen und übte scharfe Kritik an Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

60 Arbeitsplätze seien „mit einem Federstrich“ vernichtet worden.“Ich bin enttäuscht und ziemlich entsetzt“, erklärte Blanik. „Zutiefst enttäuscht“ sei sie von Landeshauptmann Platter. Dieser habe die Osttiroler Bevölkerung für den Erhalt „seiner Kaserne“ in seinem Heimatbezirk Landeck verkauft. Offensichtlich habe sich der Landeschef mit Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) beim Gespräch am Donnerstag im Innsbruck auf diesen „Deal geeinigt“

„Platter hat den Bezirk Lienz über die Klinge springen lassen“, zeigte sich die LAbg. betroffen. Der Bezirk sei von seiner Lage her in Katastrophenfällen auf das Bundesheer angewiesen, dies habe sich erst im heurigen Winter bei den Einsätzen aufgrund der enormen Schneemengen gezeigt. „Wir haben jeden einzelnen Mann gebraucht“, meinte die Bürgermeisterin. Es sei bedenklich, wie man dezentrale Räume wie Osttirol weiter ausdünne, kritisierte Blanik. Es werde hier nur mehr betriebswirtschaftlich und überhaupt nicht mehr volkswirtschaftlich gedacht.

Der ÖVP-Bürgermeister von Vomp im Tiroler Unterland, Karl-Josef Schubert, sagte der APA, dass leider mit der Schließung der dortigen Frundsberg-Kaserne zu rechnen gewesen sei. „Das ist traurig für unser Land“, sagte Schubert. Es sei aber hinzuzufügen, dass etwa die Pioniere schon länger nicht mehr in Vomp beheimatet seien. Nun gehe es um eine sinnvolle Nachnützung der Kaserne. Darauf werde man Einfluss nehmen, entsprechende Gespräche mit Platter würden anstehen, meinte der Bürgermeister.


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